Vor einigen Jahren, als leverage buyouts und merger mania, schuldenfinanzierte Unternehmenskäufe und milliardenschwere Firmenfusionen, das Publikum in den Vereinigten Staaten in ihren Bann zogen, galt Carl Icahn als Inbegriff des modernen amerikanischen Kapitalisten. Jetzt scheint ihn das gleiche Schicksal zu ereilen wie so viele andere Finanzgladiatoren vor ihm. Vergangene Woche meldete die von Icahn geführte Trans World Airlines (TWA) Bankrott an. Eine Ära, die 1928 begann und mit der sich solch berühmte Namen wie Charles Lindbergh und Howard Hughes verbinden, könnte sich damit ihrem Ende zuneigen.

Icahn stellte TWA unter die Aufsicht und den Gläubigerschutz eines Konkursrichters, um damit einen Weg zu finden, den völlig überschuldeten Carrier wieder flottzumachen. Glaubt man den Auskünften von Luftfahrtexperten, hat er kaum eine Chance.

Der bekannteste Corporate Raider Amerikas nahm 1988 Kredite in Höhe von 2,6 Milliarden Dollar auf, um das Unternehmen zu privatisieren. Von dieser Last hat sich TWA nie erholt. Zudem nahm die Rezession den Amerikanern die Lust am Fliegen; ein ständiger Preiskampf trieb die Firma immer weiter in die roten Zahlen. Der Marktanteil in Amerika sank seit 1985 von 11 auf 6,3 Prozent.

Mit TWAs Bankrotterklärung fliegt nun rund ein Fünftel der privaten US-Luftflotte unter der strengen Führung eines Konkursrichters. Continental und America West sind zwei weitere Absturzkandidaten. Im vergangenen Jahr verabschiedeten sich bereits Midway, Eastern und Pan Am. Profiteure des unerbittlichen Konkurrenzkampfes sind Megacarrier wie United und American. Sie haben bereits begehrliche Blicke auf TWAs wertvolle Slots auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle und die Streckenrechte nach Italien, Portugal und Spanien geworfen.

Die Lust der Deutschen, Einkäufe vor dem Fernsehschirm zu tätigen, hält sich in Grenzen. Für die Großversender Quelle und Otto Versand blieb das "Teleshopping" im privaten Fernsehen stets ein Nebengeschäft. "Gemessen am Katalog-Geschäft waren das Stellen hinter dem Komma", sagt Detlev von Livonius, Sprecher beim Otto Versand. Die Konsequenz: Zum Jahresbeginn machte Otto seinen "Teleshop" im Programm von Sat 1 dicht. Gleichzeitig verschwand auch der "Showladen" des Versandhauses Quelle aus dem RTLplus-Programm.

Für den Rückzug gibt es mehrere Gründe. So erreichten die Teleshops im Früh- und Nachmittagsprogramm zuwenig Zuschauer. Und schließlich erschweren die Werberegelungen im novellierten Rundfunkstaatsvertrag das Geschäft: Seit Jahresbeginn dürfen die Sender nicht mehr als Vertragspartner oder Vertreter beim Teleshopping mitmischen. RTLplus und Quelle hätten also ihre Zusammenarbeit beim "Showladen" neu austarieren müssen. Quelle beendete das Experiment ganz. Der Otto Versand setzt auf kürzere Öffnungszeiten: Als dreiminütige Blöcke streut Otto seine "Teleshops" nun ins Werbefernsehen bei Sat 1, RTLplus und Pro 7 ein.

Nun muß die Molkerei Alois Müller GmbH & Co. aus Aretsried bei Augsburg (Müller-Milch) doch ein Bußgeld von 375 000 Mark bezahlen. Dieses Bußgeld gegen die Großmolkerei war nach einem Einschreiten des bayerischen Innenministeriums verhängt worden. Durch eine Landtagsanfrage des Abgeordneten Raimund Kamm (Die Grünen) war ein, wie es der Abgeordnete nennt, "dreister Grundwasserdiebstahl von Müller-Milch" aufgeflogen. Die Firma hatte 1990 mehrere hunderttausend Kubikmeter tertiäres Grundwasser zuviel gepumpt. Von dem bösen Vorwurf des "Grundwasserdiebstahls" indes entlastete der Augsburger Landrat Karl Vögele die Firma ganz überraschend in einem Brief, wie Müller-Milch in einer Presseerklärung mitteilte. Das Landratsamt, so heißt es, habe entschieden, "die erhöhte Grundwasserentnahme zwar nicht zu dulden, dagegen vorläufig auch nicht einzuschreiten", weil sonst die Schließung des Betriebes in Fischach-Aretsried die Folge wäre.