Um es vorwegzunehmen, 3000 Mark sind eine Menge Geld, da muß ein Bademeister lange das Becken schrubben. Andererseits, Michael Groß ist Albatros, nicht Bademeister. Als solchem müssen ihm die irdischen Belange zwangsläufig etwas ferner liegen. Überlaute Kofferradios, fehlende Badekappen, tröpfelnde Duschen können seine Sache nicht sein. Wenn er sich ins Becken warf, tat es ihm keiner gleich. Drei Goldmedaillen, Weltrekorde, daß es eine Freude war.

Nicht anders an Land. Wie es seine Art ist, formulierte er schnörkellos. Wenn dieser Günstling Neptuns das Wort ergriff, fand auch der Nichtschwimmer Halt. Und nun also dies: Weil er den Imamen in Berlin zwecks Olympia-Bewerbung flankierend zur Seite steht und dabei 3000 Mark pro Tag abräumt (mindestens 90 000, maximal 100 000 im Jahr), schwappen Zorn und Häme hoch. Sein Wirken – Bestellung und Betreuung sogenannter Olympia-Botschafter – stehe zu dieser Gage in keinem Verhältnis, maulen die Kritiker. Selbst NOK-Präsident Daume, heißt es, sei verärgert.

Doch unter uns, warum? Warum verhallen Michas Worte („Das Honorar, das ich bekomme, ist im Wirtschaftsleben üblich“) gänzlich ungehört? Beim Olymp, der Mann hat recht. Erst kommt das Geld. Dank allen Wesen zu Wasser, zu Lande und in der Luft für dieses Gefühl, daß wir genug davon haben. hbk