Von Ben Tzion Greenberger

MA’ALEH ADUMIM. – Die Gemeinschaft der Juden in den besiedelten Gebieten ist beträchtlich größer und besser verwurzelt, als in der Welt behauptet wird. Ungefähr 120 000 leben in Judäa, Samaria und dem Gaza-Streifen, verteilt auf 142 Gemeinden; zudem wohnen 140 000 Juden in Ostjerusalem. Unsere Ansichten und Beweggründe müssen deshalb in die Beurteilung des arabisch-israelischen Konflikts einfließen.

Überdies wird unsere Ideologie keineswegs nur von jenen getragen, die tatsächlich in den Gebieten leben. Sie findet ihren Widerhall in der Weltanschauung der Elite, die das heutige Israel regiert. Damit bestimmt sie auch die Position der israelischen Regierung in den laufenden Friedensverhandlungen. Und entsprechend geht der Aufbau einer starken jüdischen Präsenz in den Gebieten weiter und läßt sich auch rechtfertigen.

Wir widersprechen vor allem vehement der Behauptung, Israels Präsenz in den Gebieten gleiche der eines fremden Besatzers. Eines der erfolgreichsten Schwindelmanöver in diesem Jahrhundert besteht darin, daß die Araber die zivilisierte Welt von dieser These überzeugen konnten. Der palästinensische Araber wird als „der Eingeborene“ dargestellt, als der legitime Besitzer des Landes, während der Israeli als Eroberer und expansionistischer Außenseiter verunglimpft wird.

Nichts liegt der Wahrheit ferner. Die Gebiete sind das Herz des historischen Israels. Die Altstadt von Jerusalem, Hebron, Etzion – sie und viele andere Orte erinnern an den Gipfel jüdischer Zivilisation und Souveränität in Palästina. Das Fehlen von Juden in den Gebieten vor dem Sechstagekrieg ist allein das Ergebnis vorangegangener arabischer Eroberungen und Gewalt. Sie zwangen die Juden, blühende Gemeinden zu verlassen, in denen sie über Jahrhunderte gelebt hatten. Sie verhinderten auch die jüdische Heimkehr in ihre angestammten Lebensräume.

Ostjerusalem ist dafür ein treffliches Beispiel. Vor der israelischen Unabhängigkeit gab es hier eine ständige jüdische Präsenz, nicht nur im jüdischen Viertel der Altstadt, sondern auch in der Umgebung von Silwan und im muslimischen Viertel. Beide sind in den letzten Wochen in die internationalen Schlagzeilen geraten. Arabische Gewalt und der Krieg gegen Israels Unabhängigkeit haben die Juden aus dem Ostteil der Stadt vertrieben. Ihre Besitztümer wurden zerstört, ihre heiligen Stätten entweiht. Als das jüdische Volk im Jahr 1967, also kaum neunzehn Jahre später, nach Jerusalem zurückkehrte, wurde der Eindruck erweckt, als habe die Geschichte eben erst begonnen: Alles, was früher war, wurde vergessen, verdrängt, verzerrt, abgestritten. Jerusalem galt plötzlich als arabische Stadt und der heimkehrende palästinensische Jude als ausländischer Besatzer!

Jerusalem war immer eine jüdische Stadt und wird immer eine sein – die Hauptstadt der jüdischen Nation. Das gilt ebenso für die Siedlergebiete. Entscheidend ist auch hier: Die Besitznahme der Gebiete durch Israel 1967 war kein imperialistisches Abenteuer. Die Israelis, die in die Gebiete einmarschierten, und wir, die später nachfolgten, sind Einheimische, die nach Hause zurückkehren.