Schier unermüdlich reist der Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Carl-Dieter Spranger, in die Länder der Dritten Welt, um ihnen eine frohe Botschaft zu verkünden: Trotz der Probleme im Osten würden sie nicht vergessen, die Gelder flössen auch zukünftig wie bisher. Wahllos will er die Hilfe jedoch nicht mehr verteilen. Nur solche Staaten sollen in den Genuß deutscher Finanzspritzen kommen, die die Menschenrechte achten, die Umwelt schonen und auf soziale Marktwirtschaft setzen.

Auf der 8. UN-Konferenz für Handel und Entwicklung hat Spranger nicht nur dieses Credo wiederholt, sondern unverblümt die Haltung der Industriestaaten kritisiert; denn die fordern von den Entwicklungsländern unentwegt den Abbau sämtlicher Subventionen, schrecken selbst davor aber regelmäßig zurück. Die Bundesrepublik macht da keine Ausnahme. Es wäre wünschenswert, wenn der Minister sich nun auch laut und vernehmlich in die innenpolitischen Debatten über Beihilfekürzungen einmischen würde. Nur so kann Spranger als Entwicklungspolitiker wirklich glaubwürdig werden. mhf