DIE ZEIT

Das Loch über unseren Häuptern

Bisher schien das Glück den Ignoranten hold zu sein. Das Ozonloch war weit weg, über Australien, Neuseeland und Südchile – eine abstrakte Bedrohung, ans andere Ende der Welt verdrängt.

Rätsel

Ein nicht geringer Teil des Nachrichtenaufkommens dieser Tage galt dem Fräuleinwunder aus Neubrandenburg. Drei Großmeisterinnen der geschwinden Fortbewegung gaben der Welt ein biologisches Rätsel auf.

Lösung

Spiegelverkehrte Welt: Die Amerikaner drohen mit dem Abzug ihrer Truppen aus der Alten Welt, falls die EG-Europäer nicht ihre landwirtschaftlichen Subventionen kappen und so der Gatt-Runde zum Erfolg verhelfen; die Russen wollen Deutschland planmäßig verlassen, verlangen von der Bundesregierung aber 10,5 Milliarden Nachschlag für ihre Liegenschaften.

Auf dem Boden bleiben

Der amerikanische Vizepräsident Quayle hat am vergangenen Wochenende in München die bis vor wenigen Jahren auch in der Bundesrepublik aktive, seither flügellahm gewordene Schar von SDI-Anhängern neu ermuntert.

Zeitspiegel

Die eigennützige Botschaft des republikanischen Rechtsaußen Patrick Buchanan im Vorwahlkampf um die US-Präsidentschaft macht Schule.

Brüske Abweisung

Schon wieder hat ein Europäer das Brüsseler Nato-Hauptquartier in Panik versetzt. Warschaus neuer Verteidigungsminister Jan Parys, Verfechter der Anlehnung Polens an die westliche Militärallianz, fragte bei den politischen Gremien des Bündnisses an, ob und wie polnische Truppen in einem europäischen Krisenfall in die Nato-Planung einbezogen werden könnten.

Gesucht: ein Siegertyp

Unter den fünf Kandidaten zeichnet sich noch niemand ab, der die Wähler in den Bann schlägt

Nach neuen Anschlägen: Madrid wehrt sich

Die Empörung über das jüngste Autobomben-Attentat der Eta in Madrid ist groß. Viele Spanier fühlen sich an die nervöse Umbruchszeit nach dem Tode Francos erinnert.

„Eine Art von Arbeitsteilung“

ZEIT: Herr Stolpe, mit Ihrem in Teilen veröffentlichten Rechenschaftsbericht wollten Sie, wie wir es verstehen, ein Gespräch, auch ein selbstkritisches Gespräch in Gang bringen.

KOLUMNE: Bitte um Pardon

Ich möchte mich entschuldigen. Zuerst bei meinen neuen Mitbürgern aus den alten Bundesländern. Ich ich nicht aus der DDR abgehauen, ich auch nicht an den Wahlen teilgenommen, also habe ich das System stabilisiert.

Wolfgang Ebert: Rein oder raus

Täglich melden die Zeitungen, daß dieser oder jener Kulturschaffende seinen Austritt erklärt, natürlich unter lautem Protest.

Bonner Bühne: Kanzler und Kandidaten

Das Beispiel Klose macht Schule. Die Sozialdemokraten waren zwar keineswegs begeistert, wie ihr Bonner Fraktionsvorsitzender dem Kieler Parteivorsitzenden nahezu drei Jahre vor der Bundestagswahl – und zwei Monate vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein – die Erklärung abzwang, er stehe als Kanzlerkandidat zur Verfügung.

Weltbühne: Die neuen Barbaren

Für die Römer war das Mittelmeer ein mare nostrum ihres Imperiums, für uns Europäer wurde es zum Rio Grande an der Bruchstelle zwischen Nord und Süd.

Rückblick: Regierung in Thüringen: Zaghafter Anfang

Da stürzt ein Ministerpräsident über seinen Versuch einer kleinen Kabinettsreform – und seinem Nachfolger fällt zum Neuanfang kaum mehr ein, als just diesen Plan zu verwirklichen: Bernhard Vogel, aus dem Westen nach Erfurt transferierter Kanzlerfreund und CDU-Politiker, degradierte die Parteierneuerin und bisherige Kultusministerin Christine Lieberknecht auf einen Außenposten, ins Thüringer Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten.

Nachlese: Flüchtlinge aus Haiti: Zurück in die Hölle

Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten fühlt sich hintergangen. Die Richter fragen die Regierung in Washington, ob sie dem Gericht Informationen vorenthalten habe, als es einer Repatriierung geflüchteter Haitianer zustimmte.

"Ella vegn! Sie kommt!"

Bis zu jenem 1. Februar, als die Lawine zu Tale fuhr, das Dorf niederwalzte und alles mit weißem Beton zuschüttete, wohnten 370 Menschen in Görmec, im Südosten der Türkei.

Von Hannibal bis Erzherzog Johann

Über meinem Kopf hörte ich die Lawine ein Vaterunserlang vorüberrauschen, die durch ihre Schwere mich nur um so schmerzlicher an die eisige Kluftwand andrückte.

Berlin: Schöne Zeugin

Warum das Buch "Die RAF-Stasi-Connection" auch weiterhin nicht ausgeliefert werden darf

Sachsen: Gelungener Versuch

Eineinhalb Stunden lang hat Gerd Halfar gesprochen. Der Richter am Dresdner Bezirksgericht hat gerade zwei Angeklagte zu Haftstrafen verurteilt (ein Jahr auf Bewährung) und zu Geldbußen.

Als wäre ich Honi

Von viertausend Pfarrern in der DDR sollen dreitausend für die Stasi gearbeitet haben – wer nur einen Augenblick nachdenkt, der weiß, das kann nicht stimmen.

Bremen: Frisches Make-up

Eine „Elitekommission von Eierköpfen, die unkontrolliert und undurchsichtig sich irgendwas ausdenkt“ wollte Bremens SPD-Chef Horst Isola nicht haben.

Hessen: Thetan gegen CDU

Gerne wäre er der neue Märtyrer: Thomas Röder, Zahnarzt und prominentes Mitglied der sogenannten Scientology-Kirche. Schon in der Jungen Union galt er als möglicher Aufsteiger, doch inzwischen liegt die Karriere des 34jährigen auf Eis; der Vorstand des CDU-Kreisverbandes Lahn-Dill hat ein Parteiausschlußverfahren eingeleitet.

Warnung vor den Torpedos

Ein Riß zieht sich quer durch alle Parteien. Der baden-württembergische CDU-Ministerpräsident Erwin Teufel fällt dem Bundeskanzler und CDU-Chef Helmut Kohl in den Rücken.

Pfusch mit Chancen

Der Bäckermeister Julius Louven aus Kempen-St. Hubert könnte mit einer Kreation berühmt werden, die nichts mit seinem eigentlichen Fach zu tun hat.

Entwicklungshilfe: Einsichtig

Schier unermüdlich reist der Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Carl-Dieter Spranger, in die Länder der Dritten Welt, um ihnen eine frohe Botschaft zu verkünden: Trotz der Probleme im Osten würden sie nicht vergessen, die Gelder flössen auch zukünftig wie bisher.

Wilfried Herz:: Stunde der Spiegelfechter

Das hat Europa nicht verdient. Mit seinem Argument, die Mehrwertsteuer in der Bundesrepublik müsse aus Gründen der Brüsseler Räson erhöht werden, erweist Bundesfinanzminister Theo Waigel dem europäischen Einigungsprozeß einen Bärendienst.

Banken: Pikant

Freier Wettbewerb ist für deutsche Bankiers keine leere Parole: Er ist das Grundprinzip ihres Handelns. Jedenfalls versichern sie das stets hoch und heilig.

Wirtschaftspolitik: Getroffen

Bumerangeffekt nennt man das: Ein Vorwurf, der einen anderen treffen sollte, fällt schmerzhaft auf den Urheber zurück. Jahrelang wurde die Bundesregierung nicht müde, dem Rest der Europäischen Gemeinschaft die Vorzüge einer soliden Finanzpolitik ans Herz zu legen: Sparsamkeit falle zwar schwer, mache sich aber bald durch niedrige Zinsen und gebändigte Inflation bezahlt.

Telekom: Vor der Zerreißprobe

Die Spitzenpolitiker sind sich längst einig: Die staatliche Telekom, mit rund fünfzig Milliarden Mark Umsatz drittgrößte Fernmeldegesellschaft der Welt, soll endlich privatisiert werden.

Ein Pakt für die Einheit

Die Zahl von über drei Millionen Arbeitslosen im Januar hat Unruhe ausgelöst; sie ist aber irreführend und täuscht über den Ernst der Lage hinweg, weil sie die hohe verdeckte Arbeitslosigkeit in den neuen Ländern nicht enthält.

Zwischen Bonn und Paris

Martin Bangemann tauschte im Januar 1988 den Posten des Bundeswirtschaftsministers mit dem eines EG-Kommissars. Er ist zuständig für den Binnenmarkt und die gewerbliche Wirtschaft.

Südamerika: Auf der Hut

Die großen Tiere kamen mit dem Flugzeug, die kleinen blieben draußen im Zoo des Hotels „Tropical“, als am Montag dieser Woche die Chefs der Amazonas-Pakt-Staaten in Manaus zusammentrafen.

Betriebswirtschaft: Über die Grenzen

Deutsche Hochschulen machen Ernst mit der europäischen Integration: Nicht nur private Universitäten, sondern vor allem auch staatliche Fachhochschulen tun sich mit neuen Studiengängen hervor, deren Teilnehmer mehrere Semester an französischen, britischen oder spanischen Schulen studieren.

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