ZDF, Sonntag, 23. Februar, 19.30 Uhr: „Wunderbare Welt“, die erste einer Reihe von geographischen Reportagen

What a wonderful world – ach, die Amerikaner und ihr naiver Blick auf die Welt! Als bliebe sie auf immer das Weib, das genommen und erobert werden will. Dieser Pionierblick auf die wunderbare Welt hat in den USA ein Umweltbewußtsein eher behindert als gefördert. Aber, seltsam, unser Endzeitblick auf die Welt als ein sieches altes Weib ist auch nicht sehr mobilisierend. Ein achtendes, liebendes, bewunderndes Verhältnis zur Mutter Erde wäre wohl die beste Voraussetzung dafür, daß sie unter der Last unserer Begierden nicht zusammenbricht, daß das Nötige getan wird, sie zu erhalten, wie sie ist. Denn dies ist schon das Beste, was wir aus ihr machen können.

Hans-Joachim Friedrichs moderiert die Reportagen der National Geographie Society; und die können einen schon das Wundern lehren. Die Society ist heute die größte gemeinnützige Wissenschaftsorganisation der Welt. Seit ihrer Gründung 1888 in Washington fördert sie Abenteurer und Wissenschaftler bei ihren Studien und Erkundungen. Die entstandenen Reportagen über berühmte Natur- und Kulturlandschaften, über große Erfindungen oder bedrohte Tierarten, über die Kulturgeschichte der Luxusschiffahrt oder des Goldes – sie haben, gerade wo sie von den Zerstörungen der Eroberer berichten, eine heilsame Naivität, einen wunderbaren Kinderglauben an die Welt, ohne den sie nicht zu retten wäre.

Das ZDF hat aus einem Fundus klassischer geographischer Reportagen die interessanteren ausgewählt und macht sie in drei „Sende-Staffeln“ dem deutschen Publikum zugänglich. In den nächsten Wochen folgen Beiträge über Ägypten, über die Zirkuswelt von Moskau, über die großen Seen Nordamerikas, den K 2, den zweithöchsten Berg der Erde, und über die Ureinwohner Australiens. Vielleicht nicht gar so neu und originell und vielleicht auch ein bißchen oberflächlich, was wir da zu sehen kriegen; dafür aber garantiert frei von der schläfrigen Panik der Endzeitmode. Und das ist doch auch schon was. Martin Ahrends