Spiegelverkehrte Welt: Die Amerikaner drohen mit dem Abzug ihrer Truppen aus der Alten Welt, falls die EG-Europäer nicht ihre landwirtschaftlichen Subventionen kappen und so der Gatt-Runde zum Erfolg verhelfen; die Russen wollen Deutschland planmäßig verlassen, verlangen von der Bundesregierung aber 10,5 Milliarden Nachschlag für ihre Liegenschaften. Der eine will einen Obolus fürs Bleiben, der andere eine milde Gabe fürs Gehen.

Vizepräsident Quayle hat das Megaphon wohl etwas zu voll genommen. Die Sache wird sich einrenken. Die Subventionen für die Bauern sind sowieso zu hoch, und mehr als 75 000 GIs werden die Vereinigten Staaten ohnehin kaum in Europa lassen. Schwieriger wird es schon mit den Russen.

Ist die Erwägung ganz unernst, den knapp 200 000 übrigen Soldaten der Roten Armee einfach Bleiberecht zu geben, später Asyl, am Ende einen deutschen Paß? Sie könnten in ihren Unterkünften bleiben und das von ihnen ein halbes Jahrhundert genutzte und verschmutzte Gelände bis zur Besenreinheit rekultivieren; ihren Sold zahlen wir eh schon. Wir müßten für sie keine Wohnungen in der GUS bauen. Es bliebe ihnen in dem Fall, daß ihre Heimat im Chaos versinkt, der lange Umweg ins deutsche Exil erspart – uns aber viel Mühe und Ärger und die ewigen Nachschlagsforderungen. Das Windei des Kolumbus?

Th. S.