Freier Wettbewerb ist für deutsche Bankiers keine leere Parole: Er ist das Grundprinzip ihres Handelns. Jedenfalls versichern sie das stets hoch und heilig. Doch zwischen Ideologie und Wirklichkeit klafft eine breite Lücke. Mit einer Klage wollen private Bankhäuser jetzt einen unbequemen Konkurrenten ausschalten: die Postbank der Bundespost.

Angeblich genießt die Post als Staatsbetrieb unfaire Wettbewerbsvorteile. Das ist ein höchst pikantes Argument, vor allem, wenn es von den Gralshütern der Marktwirtschaft kommt. Normalerweise werfen sie öffentlichen Unternehmen immer vor, sie seien nicht konkurrenzfähig, gerade weil sie staatlich sind. Diesmal ist es umgekehrt.

Unter Sparern ist die Postbank längst ein Geheimtip. Die Gebühren sind niedrig, der Service ausgezeichnet. Leider war das Angebot bisher auf Spar- und Girokonten beschränkt. Doch nun sind Sparbriefe und Überziehungskredite hinzugekommen, Lebensversicherungen und Investmentfonds sollen folgen. Vorausgesetzt, die Privatbanken scheitern mit ihrer unfairen juristischen Attacke. per