In einer Zeit, in der die meisten Konjunkturdaten nach unten weisen, verbreitet das HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung verhaltenen Optimismus: Der Welthandel werde 1992 real um fünf Prozent wachsen. Das Hamburger Institut geht davon aus, daß diese Entwicklung vor allem vom Konjunkturverlauf in Westeuropa, Japan und den Vereinigten Staaten bestimmt wird. Die Annahme einer sich belebenden Wirtschaft erscheint angesichts der gedämpften Erwartungen in den Industrieländern aber zweifelhaft.

Doch selbst wenn sich die Weltwirtschaft in diesem Jahr beleben sollte, wird sich für die Entwicklungsländer, die Wachstum dringend benötigten, wenig an ihrer prekären Lage ändern. Sie leiden darunter, daß ihre Einnahmen aus Rohstoffexporten in den vergangenen achtzehn Monaten infolge des stark abgewerteten Dollars um ein Fünftel gesunken sind.

Auch eine erholte Konjunktur in den Industrieländern gliche den Preisverfall aber nur zu einem kleinen Teil aus. Denn eine mäßig wachsende Nachfrage nach Rohstoffen bei gleichzeitig gut gefüllten Lagern vermag den Angebotsüberhang auf dem Weltmarkt nur langsam abzubauen. tho