Ein nicht geringer Teil des Nachrichtenaufkommens dieser Tage galt dem Fräuleinwunder aus Neubrandenburg. Drei Großmeisterinnen der geschwinden Fortbewegung gaben der Welt ein biologisches Rätsel auf. Die schnelle Katrin und ihre Kolleginnen, im fernen Südafrika vom neuerdings üblichen lockeren Regelvollzug der Dopingkontrollen eingeholt und um gefällige Proben ihrer leistungssportlichen Unanfechtbarkeit gebeten, lieferten absolut Identisches ins Fläschchen. Da staunte der Fachmann im heimischen Labor.

Manipulation, Manipulation! Wir wissen es ja und lassen uns doch immer wieder gern überraschen. Was wäre denn der Sport ohne solch schöne Skandale? Für einen Nachmittag, wenn’s hochkommt, hat man die vermeintlichen Sünderinnen der Bahn verwiesen, dann mußte man sie wieder laufen lassen. Von Rechts wegen. Aller Anschein spricht gegen sie, aber kein Beweis.

Analyse, ach Analyse. Meistermacher haben ihre Tricks. Und was nützt alles Fahnden nach den anabolen Steroiden, solange das Gesetz des Leistungssports alle seine Jünger vor die Alternative stellt: Greife ich zum Testosteron, oder laufe ich hinterher?

Also schauen wir weg und applaudieren gewohnheitsmäßig, wenn auch mit nachlassendem Vergnügen. A.B.