Dieses Motto umschreibt den politischen Auftrag, den das israelische Parlament 1953 an Yad Vashem stellte. Die Opfer des Holocaust und ihre nichtjüdischen Helfer werden in Israel ebenso zu Helden und Märtyrern stilisiert wie über eine lange Zeit hinweg die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 in der Bundesrepublik. Seriöse historische Forschungsarbeiten über die Judenretter fehlen in beiden Ländern noch weitgehend. Statt dessen überwiegen populärwissenschaftliche Darstellungen, in denen das Bild des "unbesungenen Helden" mit breitem Strich und deutlichem Schwerpunkt auf dem zweiten Wort dieses Begriffspaares gemalt wird.

Heldentum und Menschlichkeit konnten indes unter den vollständig inhumanen Bedingungen des Holocaust nur gebrochen sein, weil der Völkermord an den Juden auch in Boryslaw ein "Zivilisationsbruch" (Dan Diner) war, den selbst Berthold Beitz nicht kitten konnte.

Dennoch lautet mit Hannah Arendt die Lehre aus der Geschichte des Judenretters Beitz "politisch gesprochen, daß unter den Bedingungen des Terrors die meisten Leute sich fügen, einige aber nicht... Menschlich gesprochen ist mehr nicht vonnöten und kann vernünftigerweise mehr nicht verlangt werden, damit dieser Planet ein Ort bleibt, wo Menschen wohnen können."