America first

Die eigennützige Botschaft des republikanischen Rechtsaußen Patrick Buchanan im Vorwahlkampf um die US-Präsidentschaft macht Schule. America first gilt inzwischen auch demokratischen Kandidaten als nützliche Regel. Die Helfer des Präsidentschaftsbewerbers Bill Clinton handeln sogar bereits nach der Devise, daß Amerika und die Amerikaner zuerst kommen. So bleiben ausländische Journalisten, die in Clintons Wahlkampfhauptquartier in Manchester, New Hampshire, telephonisch Auskunft erheischen, ohne Antwort. Sie werden an die Pressestelle des Gouverneurs im zweitausend Kilometer entfernten Little Rock in Arkansas verwiesen. Und wenn der Anrufer sich aus einem Hotel nur drei Straßen entfernt meldet? Es hilft nichts. Telephonate werden nur von der amerikanischen Presse angenommen. Ausländer müssen aus der Leitung bleiben.

Geisterarbeiter

Bürokratien, das wußte schon Max Weber, sind Gehäuse der Hörigkeit. Aber wie viele Mitarbeiter gehören ihnen eigentlich zu? Diese Frage stellt man sich zur Zeit in Brüssel. Die Europäische Kommission wußte es nicht, aber zahlte trotzdem: Zweitausend Personen mehr, als bisher bekannt war, opfern sich auf im Dienst für Europa; das hat jetzt eine wissenschaftliche Untersuchung zutage gefördert. Die letzte Untersuchung dieser Art hatte vor sieben Monaten stattgefunden, verschätzte sich aber, wie nun herauskam, um mehr als zehn Prozent. Neues amtliches Endergebnis: Die Kommission beschäftigt 18 000 Menschen. Womit, das wurde nicht untersucht – erst recht nicht, was jene 2000 Geisterarbeiter eigentlich in den letzten sieben Monaten getrieben haben.

Wüstenflitzer

Warum denn Minen räumen, wenn es schnelle Autos gibt. Der Technologie-Krieg gegen Saddam Hussein hat bei Kuwaits Autohändlern zu phänomenalen Profiten geführt; die Scheichs fahren jetzt Geländefahrzeuge, Land Cruiser, Range Rover oder zumindest Jeep. Sie befürchten nämlich eine zweite Invasion und wollen schneller in und durch die Wüste flüchten können. Wegen der teuflischen Minen, die millionenfach im heißen Wüstensand lauern, muß man jedoch außerordentlich schnell sein, um zu überleben: „Über 170 Kilometer pro Stunde, und du kannst die Dinger im Rückspiegel explodieren sehen“, meint ein kuwaitischer Autofachmann. Das gilt allerdings nur, wenn vom Spiegel noch etwas übrigbleibt.