Zehn Vorschläge, innerhalb Europas den Wolken des Nordens und

Der März ist ein kritischer Monat. Die großen Reiseunternehmen lassen ihre Sommerprospekte erst im April anfangen. Während ich dies schreibe, ginge ich lieber an der Elbe spazieren. Strahlende Sonne scheint auf Hamburg, 17 Grad. Auf Zypern hat es geschneit. Trotzdem würde ich Hamburg für Erholungsuchende frühestens im Mai empfehlen.

Bleibt, den „Erholungsuchenden“ ein wenig genauer zu bestimmen. Die Leute, die ich mir vorstelle, suchen wenig Wolken und viel Sonne, möchten sich gern lange im Freien bewegen (Spazierengehen, Tennisspielen) und, wo möglich, im Meer schwimmen. Falls sie nicht nordseegestählt sind und 16 Grad Wassertemperatur für unerträglich halten, nehmen sie auch mit einem geheizten Swimmingpool, aber bitte im Freien, fürlieb. Ansonsten lesen sie gern, möchten sie auch mal was anderes essen und trinken als zu Hause, sind für ein wenig Sightseeing zu haben und offen für Bekanntschaften mit anderen Menschen. Meine Erholungsuchenden haben mit mir gemeinsam, daß ihnen ein gutes Hotel als Ausgangsbasis für alle möglichen Unternehmen wichtig ist.

Wir haben uns auf ausschließlich europäische Ziele beschränkt. Wir stellen uns Reisende vor, die von vierzehn Urlaubstagen nicht zwei oder drei auf Straßen, Schienen und Flugplätzen verbringen wollen. Uns interessieren Erholungsreisen; nicht Reisen, von denen man sich dann erst einmal erholen muß.

Man sagt, die Seychellen seien heuer in. Das mag so sein. Es ist andererseits wohl kein anderes Feriengebiet der Welt schöner als die Bahamas. Aber neben den schönsten Inseln der Welt dürften die teuersten, die Bermudas, nicht fehlen. Und das führte eben alles in jeder Beziehung zu weit. Bleiben wir darum bei unseren zehn europäischen Sonnenküsten.

Azoren

Nirgendwo im Atlantik ist man weiter vom Festland entfernt – etwa gleich weit von der portugiesischen wie von der nordamerikanischen Küste. Man fühlt sich wie auf einer Seereise durch blühende Gärten, bei der das Schiff nicht schaukelt. Das Gefühl wird verstärkt dadurch, daß für Fahrtwind fast immer gesorgt ist. So riel frische Luft gibt es sonst nirgendwo. Und so viel Regen, vor allem von Dezember bis März, auch nicht. Oft blasen die Stürme so mächtig, daß der Flugverkehr auf São Jorge wie auf Santa Maria tagelang gestört ist. Auch der Schiffsverkehr zwischen den neun Inseln wird dann zu einem etwas ungemütlichen Erlebnis.