Die Entwicklungshilfe ist ins Zwielicht geraten. Hat sie am Ende mehr geschadet als genutzt?

Weltkonferenz Umwelt und Entwicklung

/ Von Christoph Bertram

Honduras, im Januar

Ausgerechnet Isias del Progreso – Inseln des Fortschritts – heißt das Slumviertel am Rande von San Pedro Sula, der zweitgrößten Stadt des zweitärmsten Landes Südamerikas. Aber an diesem Abend macht die Siedlung ihrem Namen fast Ehre, wenigstens was die Hoffnung ihrer Bewohner anlangt. Ein knappes Hundert hat sich beim Schein von ein paar funzeligen Glühbirnen in einer Wellblechhalle versammelt, um zu erfahren, daß es am 1. März nun wirklich losgehen soll mit einem neuen Darlehensprogramm, das ihnen erlauben soll, ihre Hütten auszubauen, vielleicht ein bißchen zu modernisieren – und um die drei Deutschen zu begrüßen, die an der Stirnseite Platz genommen haben: zwei Fachleute der für die Finanzierung zuständigen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) aus Frankfurt und den Reporter, der sie bei dieser Reise zu den Armen Mittelamerikas begleitet.