Der Aufsichtsrat des Düsseldorfer Mischkonzerns Mannesmann wird es auf seiner Sitzung in der kommenden Woche zwar noch nicht beschließen, aber dennoch ist es so gut wie sicher: Wolf gang Peter, noch Entwicklungschef bei Mercedes-Benz, wechselt auf einen neuen Vorstandsposten bei Mannesmann.

Nach der Vorstellung der neuen S-Klasse-Modelle von Mercedes im vergangenen Jahr war Peter auch intern wegen peinlicher Pannen in die Schußlinie geraten. Die nochmals größer und durstiger ausgefallenen neuen Flaggschiffe konnten anfänglich viel zuwenig Gewicht laden: Exemplare mit vielen Extras erlaubten zum Teil nur noch 262 Kilogramm für Passagiere und Gepäck. Viel Häme gab es auch wegen ausfahrbarer Peilstäbe am Heck, die das Einparken erleichtern sollen. Peter bei der Präsentation: "Das werden uns die Japaner sofort nachmachen." Den Gefallen tat ihm die Fernost-Konkurrenz nicht. Statt dessen mußte der Mercedes-Entwicklungschef kürzlich die "Stängele" um 2,5 Zentimeter verlängern, weil sie kurz geratenen Fahrern unsichtbar blieben.

Mannesmann-Chef Werner H. Dieter sucht seit längerem einen Spitzenmanager, der die Geschäfte des Konzerns mit der Automobilindustrie neu ordnet. Mit der Übernahme der drei großen Zulieferunternehmen Fichtel & Sachs, Boge und VDO hat sich Mannesmann in wenigen Jahren zu einem der wichtigsten Lieferanten der Autohersteller gemausert.

Der IG-Metall -Vorsitzende Franz Steinkühler hat offenbar eine besondere Auffassung von internationaler Solidarität. "Die französischen Gewerkschaften gehören zu den Organisationen, die in den vergangenen zwanzig Jahren ihren Einfluß verloren haben", meinte er zur rechten französischen Tageszeitung Le Figaro. Er frage sich, "warum ein Beschäftigter Mitglied einer Gewerkschaft werden sollte, die keinen Einfluß hat". Sein Tip für die Kollegen: Macht es wie wir, gründet eine Einheitsgewerkschaft. Dann würden die Miglieder nicht scharenweise davonlaufen.

Die klugen Ratschläge stießen bei den französischen Gewerkschaftern nicht gerade auf Begeisterung, nicht einmal bei der Confederation Française Democratique du Travail (CFDT), die den deutschen Arbeitnehmerorganisationen inhaltlich noch am nächsten kommt. "Die Zusammenarbeit unter den Gewerkschaften hierzulande ist sicherlich nicht ausreichend", kommentiert CFDT-Generalsekretäi Jean Kaspar, "aber Frankreich kann man nicht so einfach eine Einheitsgewerkschaft überstülpen Das braucht seine Zeit."

Auf die Frankfurter Binding-Brauerei AG ist der Hamburger Rudi Grube-Nagel nicht gut zu sprechen. "Die wollen uns aus einen Geschäft drängen, das wir seit hundert Jahren betreiben", schimpft der Chef des Bierimporteurs Strelow & Co. Die erfolgreichen Frankfurter Spezialitäten-Brauerei (Clausthaler) und der hanseatische Mittelständler streiten um ein tschechisches Bier: Pilsner Urquell.

Grube-Nagel und weitere sieben regionale Großhändler hatten früher die böhmische Edelmarke exklusiv in die alten Bundesländer und West-Berlin importiert. Doch nach der Wende taten sich die Tschechen mit den Frankfurtern zusammen und gründeten die Pilsner Urquell International Distributing GmbH, um die Traditionsmarke in der Schweiz, Österreich und den neuen Bundesländern zu vertreiben. Doch auf Deutschlands Osten will sich Binding-Chef Hans-Peter Erbrich nicht beschränken, der "gesamte deutschsprachige Raum" soll her. Per einstweiliger Verfügung stoppten die alteingesessenen Vertreiber vorläufig die Expansion gen Westen. Derzeit läuft der Rechtsstreit in der Hauptsache vor dem Kölner Landgericht. Da die Tschechen die Abgabepreise außerordentlich kräftig anhoben, stellten die aufgebrachten Mittelständler die Urquell-Brauer, deren Lieferverträge zum Teil noch bis 1998 laufen, auch bei der Prager Handelskammer an den Pranger. Solange die Verfahren laufen, haben beide Seiten das Nachsehen. Da keiner zugunsten des anderen für Pilsner Urquell werben will, stagniert der Absatz auf dem deutschen Markt – im Gegensatz zu dem der Lokalkonkurrenz Budweiser Budvar.