Hochdonn/Osterrönfeld

So abgelegen Schleswig-Holstein im Norden Deutschlands vor sich hin schläft, es ist doch Teil der sogenannten Medienlandschaft und also auch deren Gesetzen unterworfen. Hutzdiputz kommt eine Geschichte ganz groß heraus, gerade weil sie im Abseits spielt und obwohl sie eigentlich nicht taufrisch ist.

Der Held unserer Geschichte heißt Dieter Schwohn (48), Antiquitätenhändler aus Hochdonn. Hochdonn? – da muß man erstmal in den Atlas gucken. Das stille Örtchen liegt am Nord-Ostsee-Kanal, genau dort, wo ihn die Bahnlinie von Hamburg nach Westerland quert.

Hoch schwingt sich die Brücke übers Wasser, wie Fliegen fühlt sich das an im Zug, und gebannt schauen die Reisenden aus vierzig Meter Höhe kilometerweit in die flache Marsch.

Manche Passagiere aber haben Besseres zu tun. Sie gehen aufs Klo.

Und so kommt es, daß Dieter Schwohn, der zu Füßen der Brücke wohnt, immer wieder im Regen steht, selbst wenn es nicht regnet. Als „wahrhaft betroffenen Bürger“ stellte ihn das Flensburger Tageblatt einer interessierten Leserschaft vor.

Schon im vergangenen Sommer hatte Schwohn die Deutsche Bundesbahn verklagt, sie möge „durch Maßnahmen“ verhindern, daß seinem Grundstück weiterhin „Fäkalienkleinstpartikel und Toilettenpapier“ zugeführt würden.