Niemand würde Dracula zum Chef einer Blutbank machen. Und niemand käme auf die Idee, die deutschen Lebensversicherer mit dem Verbraucherschutz zu betrauen – außer ihnen selbst. Gerade haben sie sich auf dem jungfräulichen ostdeutschen Markt vollgesogen, teilweise mit unschönen Methoden, da rufen sie nach dem Gesetzgeber, damit der Nachschub gesichert wird.

Die Begründung ist so kurios, als würde der Karpatenfürst vor Vampiren warnen: Die Versicherer sorgen sich um den Verbraucher. Der sei gefährdet, wenn auf dem Markt für Lebensversicherungen in der EG freier Wettbewerb herrscht. Weil ausländische Konkurrenten dann Produkte anbieten könnten, die manchmal rentabler sind als die der deutschen Assekuranz, müsse die Bundesregierung mit einem Reinheitsgebot vorbauen. Anders strukturierte ausländische Offerten sollen einfach abgeblockt werden.

Günstigere Angebote erklären die deutschen Unternehmen schlicht zu Mogelpackungen. Vielen Bundesbürgern drohe der Verlust der Spargroschen, warnen sie. Die Wahrheit ist, daß Hunderte von neuen Bundesbürgern ihre Spargroschen schon verloren haben: durch die Abzockerei einiger deutscher Versicherer. th