Fernab der Touristenzentren können Wanderer auf Strecken unterschiedlichster Dauer und Schwierigkeit die abwechslungsreiche Landschaft und Flora der Kanareninsel Teneriffa kennenlernen.

Im trockenen Süden der Insel führen Routen durch karge Landschaft mit mediterraner Vegetation, zum Beispiel im Barranco del Infiemo oder in tausend Meter Höhe auf einem alten Saumpfad von Arona nach Adeje.

Wanderungen im rauhen Teno-Gebirge im Westen bieten Einblicke in dörfliches Leben in abgelegenen Ortschaften, etwa auf dem Weg von Masca nach Buenavista oder vom Cherfe-Paß zur verlassenen Finca de Guergues.

Leichte Touren lassen sich im grünen, oft wolkenverhangenen Norden machen, zum Beispiel auf den Forstwegen in den Baumheidewäldern um Aguamansa und im Orotava-Tal.

Im Zentrum der Insel beeindruckt der riesige Einsturzkrater Caldera de las Canadas (Nationalpark) und der auf dem Caldera-Rand aufsitzende Vulkankegel Teide (3718 Meter). Wanderwege führen durch das wüstenartige Innere der Caldera, um die bizarren Roques de Garcia und hinauf zu den Gipfeln Guajara (2715 Meter) und Teide, der allerdings auch mit der Seilbahn zu erreichen ist. Wer den Sonnenaufgang auf dem Teide erleben will, kann in einer einfachen Berghütte übernachten.

Bei Exkursionen im schwer zugänglichen Anaga-Gebirge im Osten benützt man die alten schmalen Pfade, die sich von den heute teilweise verlassenen Bergsiedlungen aus über terrassierte Hänge auf manchen Strecken schwindelerregend hinunter zum Meer winden, etwa von Cruz del Carmen nach Punta del Hidalgo oder von El Bailadero nach Igueste.

Voraussetzungen für Wanderungen sind gute Kondition (teilweise müssen erhebliche Höhen- und Temperaturunterschiede überwunden werden) und Schwindelfreiheit. Bergstiefel sind wegen des oft felsigen Untergrunds empfehlenswert, notwendig ist fester und flüssiger Proviant, da unterwegs in den wenigsten Fällen die Möglichkeit besteht, einzukehren. Bei Touren in Höhe der Passatwolken empfiehlt sich außerdem warme und wasserdichte Oberbekleidung.