Oslo ist bekanntlich kein kulinarisches Mekka, nur über zwei Restaurants leuchten Michelin-Sterne: "D’Artagnan" heißt das eine, das Axel Patitz in seinem Norwegen-Reiseführer (dtv-Merian-Reiseführer, Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1991, 240 Seiten; 24,80 DM) allerdings verschweigt; doch diese journalistische Nachlässigkeit ist bloß eine "Bagatelle" – so nennt sich übrigens der andere Osloer Feinschmecker-Treff.

Weitaus ärgerlicher stimmen deutlichere Mängel in diesem Serienband. Beispielsweise liest man zu wenig über mögliche Eisenbahnfahrten, etwa über die landschaftlich reizvollen Strecken Oslo-Bergen oder Myrdal-Flam. Außerdem wird der Vorteil der Nordtourist-Bahnkarte ungenau erklärt, der Besitzer dieses Netztickets erhält keineswegs "ermäßigte Preise", sondern kann damit drei Wochen durch Skandinavien fahren. Aber auch wer mit dem Auto zwischen Kristiansand und dem Nordkap unterwegs ist, wird beim Gebrauch dieses Taschenbuchs oft enttäuscht. Ungenaue Kartenteile und falsche Ortsbezeichnungen wie Hangesund, Storfjord oder Raparanda erschweren die Orientierung.

Überdies wimmelt es geradezu von Druckfehlern. Weil der Korrektor seine Arbeit schludrig getan hat, bietet uns die Seite 68 unfreiwillige Komik: Dort wird behauptet, daß Nansens Forschungsschiff Er am (mit dem er 1893 seine polare Driftfahrt begann) erst 1982 gebaut worden sei. Wahrlich, ein Buch zum Steinerweichen.

Werner Hornung