Der Traum des Briten Cecil Rhodes, Minenbesitzer und Kolonisator im südlichen Afrika, eine Eisenbahnlinie von Kapstadt bis Kairo bauen zu lassen, erfüllte sich nicht, aber Rhodes prägte eine der schönsten Regionen des afrikanischen Hochlandes nachhaltig: Rhodesien, benannt nach seinem einstigen „Besitzer“, heißt heute Zimbabwe.

Seit 1980, dem Jahr der Unabhängigkeit von weißer Herrschaft, hat sich das Land zu einem der bedeutendsten Touristenziele im südlichen Afrika entwickelt. Die Victoria-Fälle und der Stausee Kariba locken ebenso Besucher wie die zahlreichen Wildparks oder die imposanten Ruinen von Great Zimbabwe. Im DuMont Landschaftsführer

  • Astrid u. Marcus Cornaro: Zimbabwe

Das afrikanische Hochland zwischen den Flüssen Zambezi und Limpopo; DuMont Buchverlag, Köln 1991; 368 S., 39,80 DM

bemühen sich die Autoren, die Sehenswürdigkeiten in einen geschichtlichen, ökologischen oder kulturellen Zusammenhang zu stellen. Weitere Themen sind das traditionelle Verhältnis von Mann und Frau oder die gefährdete Balance zwischen Mensch und Natur.

Der Band weist zahlreiche ärgerliche Fehler und Mängel auf: In einer zweiseitigen Chronologie Zimbabwes wird die politisch interessante und bedeutende Zeit seit der Unabhängigkeit 1980 auf nur vier Zeilen abgehandelt. Die zahlreichen Farbphotos passen nicht immer zum Beschriebenen. Wenn der Text von den Victoria-Fällen erzählt, die Bilder im dazugehörenden Phototeil aber die Zimbabwe-Ruinen oder die interessanten Felsmalereien zeigen, so ist dies wenig hilfreich. Oder: Der Buchrücken trägt die zusätzliche Auskunft: „Kultur, Landschaft“. Tatsächlich wird viel über die Naturparks, die Seen und Hochplateaus, die Flora und Fauna erzählt. Aber Kultur – bildende Kunst, Literatur, Theater und Musik – wird auf ganze einundzwanzig Seiten komprimiert. Das wirkt halbherzig und sieht nach Alibi aus, zumal die Ausführungen etwa über Literatur und Theater wenig erhellend und kompetent sind.

Brauchbar ist dieser Reiseführer dennoch durch die praktischen Tips für Hotels und Restaurants. Erfrischend oft sprechen die Autoren über Menschen, wie sie leben, was sie machen, welche Götter und welche Sorgen sie haben. C.P.