DIE ZEIT

Vernunft am Kap

Nachdem der erste große Jubel über den Ausgang des Referendums in Südafrika verklungen ist, wird es Zeit, „Kasse zu machen“.

Frankreich ohne Karte und Kompaß

Ist es nur eine Depression oder schon eine Regression, die Frankreich durchleidet? Die französischen Analytiker streiten sich noch um den Befund und waren sich doch bereits vor den katastrophalen Regionalwahlen vom vergangenen Sonntag einig: Frankreich ist aus den Fugen.

Zeitspiegel

Nur durch Zufall kommt die Wahrheit ans Licht. Diesen Grundsatz einer skeptischen Philosophin bestätigte Janey Buchan, Abgeordnete im Europaparlament – sehr zu ihrem Leidwesen.

Worte der Woche

„Wenn ich Arbeiter wäre und wüßte, die Treuhand entscheidet über meinen Arbeitsplatz, dann würde ich mich auch voll engagieren, um diesen Entscheidungsprozeß zu beeinflussen.

Die Türken waren längst da

Der Ajatollah Chomeini behielt recht, Per Brief hatte er Michail Gorbatschow einst das Ende des Kommunismus prophezeit. Bedeutet dieses Ende auch den, Triumph des Fundamentalismus im islamischen Südosten der früheren UdSSR? Eine jähe Wende droht heute in keinem der vier Staaten.

Zwanzig Tage lang ist unser Moskauer Korrespondent durch die Republiken der GUS gereist Er begleitete Hans-Jochen Vogel, der sich im Auftrag der Sozialistischen Internationale informierte. Im zweiten Teil seiner Serie berichtet Christian Schmidt-Häuer aus Mittelasien.: Zwischen Islam und Kommunismus

Tag für Tag dokumentieren Inserate den Rückzug der Russen aus Mittelasien. "Eilig! Haus mit vier Zimmern, Bad, Garage, Anbau zu verkaufen", lauten die Anzeigen in den tadschikischen Zeitungen.

Vor den Parlamentswahlen: Spiel mit gezinkten Karten

Den Sarg begleitete brausender Beifall. So mißverständlich einem Fremden solches südländische Trauerritual erscheint, diesmal drückte es genau das Zweideutige, Unheimliche aus, das Italien vor den Parlamentswahlen des 5.

KOLUMNE: Am Rande der Panik

Panik ist auch eine Art der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. Sie hat ihre eigene Schwungkraft. Erst kommt der Hader zwischen der Kassandra-Fraktion und den Status-quo-Beschwörern, zwischen der vorauseilenden Angst und dem zurückbleibenden Egoismus.

Mecklenburg-Vorpommern: Der Spuk im Schloß

Wer sich aufs Schloß begibt, soll Volkes Stimme kennen. Also sprach die außerparlamentarische Opposition in Gestalt des Taxifahrers: „Die Regierungskasper hier haben doch nichts zu sagen.

Weltbühne: Zeit für den Frieden

In diesen Tagen feiert Afghanistan das Neujahrsfest. Als Präsident Nadschibullah zu diesem Anlaß auf den Fernsehschirmen der Nation erschien, erging er sich zum ersten Mal nicht in den bekannten Durchhalteparolen gegen die Mudschaheddin.

Bonner Bühne: Der Freund in Wien

Die neueste Bonner Mode: "Es werden keine Reden gehalten!" Mit dieser besonderen Verlockung hat Otto Graf Lambsdorff begonnen, als ihm die Partei im Dezember zum 65.

„Wer ist der Letzte, Genosse?“

El ultimo, compañero? Der letzte, Genosse, wer ist der letzte? Ein Land der Wartenden. Vor dem Milchgeschäft, vor dem Brotladen, vor dem Kino – es spielt „Asterix“ –, vor dem Café, an der Bushaltestelle – überall bilden sich Schlangen, die keine solchen mehr sind, sondern Haufen, regelrechte Menschenaufläufe.

Seine Krallen wurden stumpf

„Es stimmt, in seiner leninistischen Jugend, aber auch in seinen reifen Jahren unter Stalin praktizierte der Kommunismus Verbrechen in großem Stil, später dagegen, als er alterte, fielen ihm die Zähne aus, seine Krallen wurden stumpf, und zur Zeit seiner Vergreisung, Perestrojka genannt, zeigte er der Welt ein fast menschliches Antlitz, wodurch er Sympathie, ja sogar Enthusiasmus weckte unter den naiven Idioten in den großen Demokratien des Westens; denn die großen Demokratien des Westens waren so groß und demokratisch nur für sich selbst, anderen aber, zum Beispiel den Polen, empfahlen sie ein geduldiges und demütiges Vegetieren unter der Sonne der kommunistischen Diktatur.

Bayern: Der Prinz braucht Kies

Die Prinzen im Märchen sind aber viel lieber als du! Laß uns unseren Wald", steht auf dem Transparent des siebenjährigen Jungen, der trotz Schneeregen und eisigem Wind vor das Schloß von Philipp Erwein Prinz von der Leyen gekommen ist.

Bayern: Rund um die Residenz

Schicksalsfragen, die seit einigen Wochen nicht nur Würzburg und ganz Mainfranken bewegen, sondern auch im bayerischen Finanzministerium für Aufregung sorgen.

Nordrhein-Westfalen: Jeder in seiner Ecke

Ganz hinten, am Ende des Gangs in einem kleinen Raum des Jugendhauses, hocken sechs türkische Jungen vor Musikvideos. Eine lila Neonröhre vermittelt einen Hauch von Disco, die Luft ist vor Zigarettenqualm zum Schneiden dick.

Überholt und abgehängt

Der Sieg fällt viel klarer aus, als Eberhard von Kuenheim sich das erträumte, und doch: Der Chef des bayerischen Automobilherstellers BMW wird den Triumph in den kommenden Monaten herunterreden, relativieren, sogar in Frage stellen – und ihn so ganz auf die unterkühlte Art zelebrieren.

Ein Jahr der Schlichter

Jetzt hat es auch der Kanzler gemerkt: Die Lage ist ernst. „Die Verteilungsspielräume“, mahnte Helmut Kohl am Wochenbeginn die Tarifparteien, seien „enger“ geworden.

Bonner Kulisse

Die Klagen der Ossis über besonders ruppige Eroberungsmethoden westdeutscher Unternehmen bleiben nicht immer wirkungslos. So hat sich der stellvertretende SPD-Vorsitzende Wolfgang Thierse darüber aufgeregt, wie die Hamburger Beiersdorf AG (BDF) die ostdeutsche Konkurrenz ausschalten wollte.

Gesundheitsreform: Scheinheilig

Hart, härter, Hartmannbund. Die Lobby der niedergelassenen Ärzte schreckt vor nichts zurück. Von Sturmböen gebeutelt und von Regenschauern durchnäßt, zogen fünfhundert Mediziner am Wochenende demonstrierend durch Bonn.

Bundesbank: Absurd

Der Streit um die Machtverhältnisse in der Bundesbank spitzt sich zu. Finanzminister Theo Waigel weigert sich, die Ernennung des Ex-Finanzsenators Claus Grobecker zum neuen Zentralbankchef von Bremen abzusegnen.

Springer/Kirch: Friedvoll

Springer und Kirch: Die Verquickungen und Zerwürfnisse der beiden Mediengiganten waren stets für eine Story gut. Meist in den Blättern anderer Verlage, doch oft geschürt von Springers Bild.

Nikolaus Piper:: Weizen, Freiheit, Menschenrechte

Seit Dezember 1988 stecken die Liberalisierungsgespräche zwischen den 108 Mitgliedern des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (Gatt) in der Krise, im Dezember 1990 hätte eigentlich das Abschlußdokument der Verhandlungen unterzeichnet werden sollen.

Rudolf Engen: Feinheit des Denkens

„Alles Schnee von gestern“, sagt Dr. Günter P., Direktionsassistent der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA), als die kreativen Köpfe des Unternehmens sich zur Lagebesprechung treffen.

Mecklenburg-Vorpommern: Angst im Armenhaus

Berndt Seite (51), frisch inthronisierter CDU-Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, will die Fehler seines glücklosen Vorgängers Alfred Gomolka auf keinen Fall wiederholen.

Südafrika: Das Warten geht weiter

Der schwarze Südafrikaner ließ die aus Deutschland angereisten Banker abblitzen. "Wir glauben nicht, daß Kredite aus dem Ausland jetzt den Prozeß der Demokratisierung unterstützen", beschied Trevor Manuel, in der Führung des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) für Wirtschaftspolitik zuständig, die Besuchen in Johannesburg.

Markt-Report: Noch kein Zinsfrühling

Nachdem der erste Verfallstermin der Deutschen Termin-Börse in diesem Jahr am vergangenen Wochenschluß dem Aktienmarkt eine überraschend feste Tendenz beschert hatte, kam es zu Beginn dieser Woche zu einer Konsolidierung der Kurse auf ermäßigtem Niveau.

Bank und Börse: Die Zeit wird knapp

Auch wenn die Politiker noch über die Beschlüsse des Maastrichter EG-Gipfels diskutieren, die Anlagestrategen deutscher Banken rechnen bereits mit der Einheitswährung.

Spitzenreiter

Qualität hat ihren Preis – so auch die Industriearbeit in Westdeutschland. Im vergangenen Jahr zahlten die Unternehmen für eine Arbeitsstunde durchschnittlich 40,48 Mark, mehr als sonstwo auf der Welt.

Manager und Märkte

Mikroelektronik: Tauziehen um High-Tech-Fabrik Deutsche Aereospace: Zähe Widersacher Bundespost Telekom: Guter Draht nach Frankreich

„Gottesstaat“ im Teufelskreis

Es klingt, als sei inzwischen nicht ein halbes Jahrhundert vergangen: „... seit 10. April 1942, ausgelöst durch sinnlose Abschlachtung der serbischen Bevölkerung in Bosnien, an verschiedenen Stellen der serbisch-kroatischen Grenze ernsthafte Zusammenstöße.

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