Merklich eingetrübt hat sich die Stimmung am deutschen Rentenmarkt. Innerhalb weniger Tage sind die Zinsen um durchschnittlich 0,25 Prozentpunkte in die Höhe gegangen. Und das, obwohl sich die Konjunktur weiter abkühlt. Der Anstieg hat vor allem zwei Ursachen: die mit über 4,5 Prozent unerwartet hohe Inflationsrate und das starke Wachstum der Geldmenge. Mit einer Jahresrate von knapp 9 Prozent in den ersten Monaten liegt die Geldexpansion weit über dem Zielkorridor von 3,5 bis 5,5 Prozent. Schuld daran ist vor allem die trotz hoher Zinsen sehr rege Kreditnachfrage. Die geht nicht nur vom Staat aus, sondern auch von Unternehmen und Privatpersonen.

Dennoch hoffen viele Banken nach wie vor auf eine Lockerung der Zinspolitik im zweiten Halbjahr. Der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken glaubt sogar, der gegenwärtige Zinsbuckel sei für die Sparer „möglicherweise die letzte Chance“, sich am deutschen Kapitalmarkt längerfristig Renditen von über acht Prozent zu sichern.

Am Aktienmarkt rechnen die meisten Experten mit einer Fortsetzung der Verschnaufpause. Im weiteren Jahresverlauf soll der deutsche Aktienindex (Dax) dann aber doch die Marke von 1800 überschreiten.

Recht unterschiedlich werden die Aussichten an der japanischen Börse beurteilt. Zwar glaubt keiner der Teilnehmer an der ZEIT/Südprojekt-Prognose, daß sich der Kursverfall dort weiter fortsetzen wird. Doch während die Deutsche Bank ausdrücklich vor der Tokioter Börse warnt, rät ein Fachmann der Dresdner Bank jetzt zum Kauf japanischer Aktien. per