Schlägereien in britischen Pubs enden häufig mit schweren Schnittverletzungen und bleibenden Gesichtsnarben durch zerschlagene Gläser. Britische Wissenschaftler (Br. Med. J. Vol. 303, S. 1330) untersuchten nun 1-Pint-Biergläser und -krüge aus verschiedenen Glassorten auf ihre Gefährlichkeit. Empfehlenswert sind danach Krüge aus gehärtetem Glas. Nur nach schwerer Gewaltanwendung kann ein solcher Krug zerbrechen und zerfällt dann in viele kleine, aber stumpfe Stücke, die kaum Schnittverletzungen hervorrufen können. Da gehärtetes Glas nicht teurer ist, schlagen die Wissenschaftler vor, zum Schutze temperamentvoller Biertrinker nur noch Krüge aus diesem Material in Pubs zu verwenden. klaro

Der Galapagos-Archipel ist wesentlich älter als bisher angenommen (Nature, Bd.355, S.202/246). Mit dieser Aussage leisten Geophysiker jenen Evolutionsbiologen Schützenhilfe, die rätseln, wann sich die Entwicklung zweier charakteristischer Tiere der Inseln getrennt habe. Alle biologischen Daten deuten in eine Richtung: Die Meerechse und ihr auf dem Land lebender Vetter, der Drusenkopf, sollten vor fünfzehn bis zwanzig Millionen Jahren aus einem gemeinsamen Vorfahren entstanden sein. Wo dies stattfand, konnten die Biologen jedoch nicht sagen. Schließlich ist die älteste der Galapagos-Inseln gerade drei Millionen Jahre jung. Geophysiker weisen jetzt einen Weg aus der Bredouille. Schon früher hätten weitere Eilande existiert, die mittlerweile unter den Meeresspiegel gesunken seien. Die untergegangenen Mitglieder des tausend Kilometer westlich von Ecuador liegenden Archipels überbrücken mit den zehn Millionen Jahren ihrer geologischen Geschichte zumindest einen großen Teil der fraglichen Zeitspanne in der Evolution der Echsen.

Grauwale nutzen auch die Strände der amerikanischen Pazifikküste als Weidegrund. Diese verblüffende Beobachtung machte die Biologin Laurie Weitkamp von der Universität des US-Bundesstaates Washington. Bei Flut wälzen die bis zu fünfzehn Meter langen Meeressäuger sich auf der Seite liegend in das dreieinhalb Meter tiefe Wasser, das dann den Strand bedeckt. Dort saugen sie Gespensterkrabben auf, die unter dem Sand leben. Auch in großen Wassertiefen weiden die Grauwale nach dem gleichen Prinzip: Mit ihren Barten filtern sie kleine Organismen aus einem Wasserstrom, den sie mit ihrer Zunge erzeugen. Mit jedem „Schluck“ saugen die Wale rund elf Pfund Krabben an. Fischer betrachten dies mit einem gewissen Neid, da sie die Krabben selbst als Köder verwenden. Denn in drei oder vier Tagen verspeist ein Grauwal mehr Krabben, als ein Fischer im ganzen Jahr fängt.

RHK