DIE ZEIT

Wichtigtuer

Ab und an erfahren wir Neues, doch leider nie Genaues, über hochgestellte Wessis, die für die Hauptverwaltung Aufklärung der einstigen DDR gearbeitet haben sollen.

Vor der Stunde der Wahrheit

Die Provinz als Prüfstein: Landtagswahlen sind seit jeher als Testläufe auch für die Bundespolitik verstanden worden. Aber noch nie wurde so kurz vor dem Wahlgang so deutlich: Auch da kommt es auf den Kanzler an.

Endet Europa am Bosporus?

Ein "Sturm im Wasserglas" ist es nicht, was da plötzlich die deutsch-türkischen Beziehungen verwirbelt. Nur im Vordergrund geht der Streit ja darum, ob deutsche Waffen in vertragswidriger Weise gegen die kurdische Bevölkerung in der Osttürkei eingesetzt worden sind.

Zeitspiegel

Das Leben schreibt Geschichten, gegen die so mancher Roman, so manches Drehbuch fade wirken. Dies gilt ganz besonders für die Vita eines Geheimagenten.

Worte der Woche

"Genscher mißbraucht die Türkei, um innenpolitische Pluspunkte zu verbuchen. Dabei ist er hauptverantwortlich für ein Verhalten Deutschlands, das dem von Hitler-Deutschland entspricht, wenn auch mit anderen Vorzeichen.

"Signale ins Negerdorf"

Mitten im Schwarzwald, "gleichsamb im Waagrecht und Centro desselbigen", liegt nach der "Topographia Sueviae" des Kupferstechers Merian der Kurort Freudenstadt.

Chaos als Leitungsprinzip

Am Montag war die Lage schon ernst, aber nicht hoffnungslos. Vor der Bonner Presse zeigte sich Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg noch unentschlossen.

Volker Rühe, der elfte Mann

Wer oder was hätte er sein mögen? "Philosoph", hat Volker Rühe darauf im Fragebogen der FAZ einmal geantwortet. Da saß er aber schon ein paar Monate im elften Stock des Konrad-Adenauer-Hauses und war (seit Herbst 1989) Generalsekretär der CDU als Nachfolger des geschaßten Heiner Geißler.

Zehn Minister, ein Muster

In der deutschen Politik war die Hardthöhe seit jeher ein Himmelfahrtskommando. Von den zehn Bundesverteidigungsministern seit 1955 haben nur wenige das Amt mit heiler Haut und unbeschädigtem Ansehen verlassen.

Die Flamme der Hoffnung verlischt

Newroz: das neue Jahr, die neue Sonne, der neue Tag. Die Kurden feiern in diesen trüben Frühlingstagen ihr Neujahrsfest, den Tag der Befreiung von der Tyrannei des persischen Herrschers Zohak, der vom kurdischen Schmied Kawe mit dem Hammer erschlagen wurde.

KOLUMNE: Warum China?

Peking 1987: Bundeskanzler Helmut Kohl sprach mit dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas, Zhao Ziyang. Beide waren sich einig, die politischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der Volksrepublik China entwickelten sich positiv und sollten weiter ausgebaut werden.

Wolfgang Ebert: Altes Eisen

Die Alten bei uns sollen mal nicht das Maul so weit aufreißen. Es geht ihnen schließlich nicht ans Leben, sondern nur ans Portemonnaie.

Nach dem Wahldebakel der Sozialisten: Endspiel im Elysee

In der Comédie des Champs-Elysees wird an diesem Dienstagabend "Pièce Montée" gegeben. Wir kennen diese Boulevardkomödie um eine riesige Überraschungstorte nicht und finden im übrigen das Stück im Staatsschauspiel gleich nebenan viel aufregender: "Endspiel im Elysee", wider Willen inszeniert von François Mitterrand nach einer Vorlage, die der französische Wähler ihm an den beiden vergangenen Wochenenden aufdrängte.

Endphase des britischen Wahlkampfes: Die Tories geraten in Panik

Konservative Politiker beschleicht in diesen Tagen ein beklemmendes Gefühl: Aus der Flut der Umfragen hat sich eine bedrohliche Tendenz herauskristallisiert – nach dreizehn Regierungsjahren scheint den Tories der Verlust der Macht bevorzustehen.

Vor dem Aufbruch in den Wahlkampf: Retter oder Spielverderber?

Ist es ein Aufbruch, der sich in den Vereinigten Staaten rührt? Oder beginnt ein Ausbruch aus dem Zweiparteiensystem, das vom tragenden Korsett zur abgetragenen Zwangsjacke geworden ist? Unruhe, Aufbegehren und Drang nach wirklichem Wandel deuteten sich seit langem an.

Weltbühne: Die baskische Hydra

Französischen und spanischen Sicherheitskräften ist eine Festnahme geglückt, die eine Wende in der schwierigen Antiterrorpolitik beider Länder einleiten könnte.

Rückblick: Regierungskrise in Brasilien: Die Ministeropfer

Der Präsident Brasiliens reagierte damit auf die zahlreichen Korruptionsvorwürfe gegen seine Regierung. Nur der Wirtschaftsminister, die erst kurze Zeit amtierenden Minister für Gesundheit und Erziehung und die vier Militärminister durften im Amt bleiben.

Bonner Bühne: Reden ohne Text

Des Kanzlers Lächeln vor der Presse fiel ungewöhnlich knapp aus. Das lag nicht an dem Gast aus Polen, sondern daran, daß es im Bonner Kabinett schon richtig brodelte.

Tschernobyl, Sosnowi Bor,...?

Sergej Slesarenko gefiel gar nicht, was er sah. Der Routineblick auf den Hauptcomputerschirm, der rötlich mitten auf der alugrauen Wand des Kontrollraums leuchtete, sagte dem Chefingenieur, daß die Temperatur in Reaktor 1 des Kernkraftwerks Ignalina rasch stieg.

Rochade der Kader

Die Entscheidung fiel im Allerheiligsten der Falken, im geheimen Museum des geheimen Atombombenforschungsstädtchens Arzamas 16.

In den Sumpf geführt

"Alle möglichen Gremien tagen im Reichstag, von der KSZE bis zur WEU, nur nicht der Bundestag, der ihn zu seinem Sitz erkoren hat.

Bayern: Glauben und leiden

Lange Zeit galt die Stadt als fränkisches Rom, und das nicht nur, weil sie wie die Ewige Stadt auf sieben Hügeln erbaut ist.

Berlin: Verdächtige Bürger

Schon am frühen Abend wird der Kurfürstendamm in Berlin von betrügerischen Hütchenspielern, illegalen Händlern, Schleppern, Neppern, Prostituierten und Bettlern beherrscht – ein Weltstadtboulevard zum Gruseln.

Baden-Württemberg: Ab in den Knast

Fremder, kommst du nach Schwaben, pfeifen dir die Revolverkugeln um die Ohren. "SDR 3 – Radio für den Wilden Süden", tönt die markige Stimme aus dem Autolautsprecher.

Verkrustungen im Westen

Der Vollzug der deutschen Einheit ist ein gesamtdeutsches Reformwerk. Viel wird dabei davon abhängen, wie sehr Westdeutschland auf die Westausrichtung festgelegt ist und wie weit es bereit sein wird, diese Orientierung zugunsten einer stärkeren gesamtdeutschen Ausrichtung zu verändern.

Baden-Württemberg: Erlaubte Polemik

Ein Leserbriefschreiber atmet auf, seine Rechtsanwältin jauchzt aber merhrere Justizpersonen im Landgerichtsbezirk Freiburg und der Regierungspräsident reiben sich die Backe.

Hessen: Der Teufel an der Rathauswand

Hans Schmandt, der örtliche Maler-Senior, wählte für den Eklat die Bühne. Bei einer Vernissage in der Galerie seines Künstlerfreundes Karl-Heinz Wagner schleuderte er vor ausgewähltem Publikum die Kulturpreis-Medaille dem Bürgermeister Jürgen Heyer wie einen Fehdehandschuh vor die Füße.

Macht der Unvernunft

Wie immer man es dreht und wendet: Die Vereinigten Staaten sind mit großem Abstand internationaler Spitzenreiter bei der Gefährdung des Weltklimas.

Bonner Kulisse

Nach der konzertierten Aktion der Rüstungslobby gegen die restriktive Kontrollpolitik der Bundesregierung bei Waffenexporten hat der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Roth, nun seinerseits Front gegen die Weichmacher in der Industrie gemacht.

Uwe Jean Heuser:: Verschlafen und verdrängt

Die Bilanz, die Bundesbauministerin Irmgard Schwaetzer nach ihrem ersten Amtsjahr ziehen muß, erschreckt auch die hartgesottenen Verfechter eines freien Wohnungsmarktes: Trotz der Wohnungsnot wurden in den vergangenen drei Jahren in keinem Land der Europäischen Gemeinschaft weniger Wohnungen pro Einwohner gebaut als in Deutschland.

Verlage: Kalter Wind

Der Start war stürmisch: Am 1. April, seinem ersten Arbeitstag als Personalvorstand beim Axel Springer Verlag, mußte Werner Stumpfe sogleich vor eine außerordentliche Betriebsversammlung in Hamburg treten, um den neuen Mitarbeitern in Verlag und Redaktionen eine drastische Entlassungswelle zu erläutern.

Gesundheitswesen: Poker mit der Chipkarte

Das hatten die Parlamentarier sicher nicht erwartet: Vor drei Jahren forderte der Bundestag Ärzte und Krankenkassen im Rahmen der Gesundheitsreform auf, den seit 77 Jahren gebräuchlichen Krankenschein zum 1.

Freie Bahn für Reimporte

Den Protektionismus der Pharmabranche hat in der vergangenen Woche das Bundeskartellamt verurteilt. Findige Kaufleute, darunter auch der Hamburger Optiker Günther Fielmann, hatten vor einigen Jahren mit Reimporten begonnen.

BASF, Bayer, Hoechst: Keine Blumen für die drei Schwestern

Der Rotstift machte selbst vor scheinbaren Petitessen nicht halt. Der von der Firma bezahlte Blumenstrauß auf dem Schreibtisch von Prokuristen und höheren Manager-Chargen wurde ebenso gestrichen wie der Zuschuß von dreißig Mark zur firmengenutzten Kreditkarte und ein Teil der Vergünstigung bei der Teilnahme am hausinternen Sport- und Freizeitprogramm.

Markt-Report: Widerstand ungebrochen

Lange Gesichter gab es in den Börsensälen, als der Deutsche Aktienindex (Dax) am Wochenbeginn bis auf die Marke von 1700 durchsackte (der Spitzenstand lag in diesem Jahr bei 1770).

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