KGB für Hollywood

Das Leben schreibt Geschichten, gegen die so mancher Roman, so manches Drehbuch fade wirken. Dies gilt ganz besonders für die Vita eines Geheimagenten. Allerdings war es immer schwierig, den verschwiegenen Spionen etwas zu entlocken. Die Zeiten haben sich geändert. Das Ende des Kalten Krieges bringt sogar pensionierte Sowjetagenten zum Plaudern – gegen harte Dollars, versteht sich. Die Veteranen-Vereinigung des KGB hat den Hollywood-Agenten Brian Litman engagiert, um das Wissen ihrer 500 Mitglieder bei Filmstudios und Verlegern zu versilbern. Oberst Anatoli Yatsokow etwa will ausplaudern, wie die Amerikaner in den vierziger Jahren um die Geheimnisse der Atombombe gebracht wurden. Solche Enthüllungen sind zwar unloyal gegenüber dem ehemaligen Arbeitgeber, aber der zahlt auch weniger: Die Exagenten müssen mit zwölf Mark Rente im Monat auskommen.

Halb weg!

Wen hat die Kieler CDU im Landtagswahlkampf nicht alles aufgeboten: Alfred Gomolka, Georg Diederich, Gerhard Stoltenberg, Ottfried Hennig – große Namen, die nun in aller Munde sind. Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern wurde von den eigenen Leuten gestürzt, der an der Intrige beteiligte Innenminister flog Tage später aus dem Kabinett, der Bundesverteidigungsminister mußte zurücktreten ebenso wie sein Staatssekretär, den die Schleswig-Holsteiner am Sonntag zu ihrem Ministerpräsidenten küren sollen. „Hennig handelt“, steht im ganzen Land auf Plakaten, wo „Hennig handelte nicht“ der Wahrheit näherkäme. Und „Ganz da!“ kann doch für ihn auch nicht mehr gelten. Wäre „Halb weg!“, was er Engholm auf den Leib schreiben ließ, jetzt nicht passender?

Ausgezeichnet

ZEIT-Redakteur Wolfgang Lechner wird für seine im ZEITmagazin veröffentlichte Reportage „Die Kinder von Bethlehem“ ausgezeichnet. Zusammen mit David Elmer (Photos) erhält er den Katholischen Journalistenpreis, der von der Deutschen Bischofskonferenz verliehen wird.