So hatte sich die Bundesbank das nicht vorgestellt. Eigentlich wollten die Frankfurter Währungshüter mit der Anhebung der Leitzinsen Ende vergangenen Jahres die Geldentwertung eindämmen. Doch zumindest im Januar und Februar kam es ganz anders: Die Inflationsrate wuchs weiter – je nach Bundesland auf 4,5 bis 5 Prozent. Für Sparer, die für ihr Guthaben auf dem Sparbuch nur drei Prozent Zinsen bekommen, bedeutet das: Der Realwert ihres Geldes sinkt rapide.

Die Bundesbank hat mit ihrer kurzfristigen Geldpolitik vor allem deshalb keinen Erfolg, weil die Geldmenge durch die Kreditexpansion weiter wächst. Der Grund: Viele Kreditnehmer spüren von den hohen Schuldzinsen nichts. Besonders für Investitionen in den neuen Bundesländern gibt es Subventionen in Form von Investitionsbeihilfen, Erleichterungen bei den Abschreibungen oder günstigeren Krediten.

Außerdem zeigt sich wieder einmal, daß Geldpolitik nicht allein mit dem Rechenschieber gemacht wird, sondern maßgeblich von den handelnden Menschen abhängt. So hat die Bundesbank es bisher nicht geschafft, die Inflationserwartungen zu korrigieren. Doch solange die Preise auf dem jetzigen hohen Niveau bleiben, kann die Zentralbank kaum von den hohen Zinsen herunterkommen. tho