Noch darf sich der Zuschauer ganz den wirklichen Ereignissen hingeben: der samstäglichen Sportschau mit den Spielen der Fußballbundesliga. Doch bang kann es dem Betrachter werden, wenn nach Ostern die Münchner ISPR und die öffentlich-rechtlichen Anstalten ARD und ZDF in die nächste Verhandlungsrunde um die Übertragungsrechte gehen.

Die Verwertungsgesellschaft ISPR gehört dem Springer Verlag und dem Münchner Filmhändler Leo Kirch. Sie hat vom Deutschen Fußballbund für die horrende Summe von 700 Millionen Mark die Rechte für die kommenden fünf Jahre erworben. Künftig werden, das ist schon klar, die Rasenspiele von Sat 1 übertragen. Gesellschafter: siehe oben. Der ARD-Sportschau droht das Aus. Vielleicht aber auch nicht: Allein jedenfalls kann Sat 1 den Ball nicht unter Kontrolle bekommen – zu teuer, zu viele Spiele, zu geringe Reichweite. Hier kommt die ARD-Sportschau ins Spiel, die indes den Erfolg von Sat 1 gefährden könnte. Doch auch die Sender Tele 5 und Pro 7 bekunden Interesse. Die stehen den ISPR-Gesellschaftern denkbar nahe. Das ist nicht eben sportlich, aber wahrer Wettbewerb im TV-Geschäft. gf