Warum nicht gleich so? Fünf Monate lang quälten sich die Tarifpartner im Bankgewerbe um einen Abschluß für die 430 000 Beschäftigten in Westdeutschland. Am Wochenende – nach sechs Wochen Streik – gelang er endlich: 5,4 Prozent mehr Gehalt vom 1. Februar an, für Januar eine Pauschale von 300 Mark und eine Zusatzzahlung von 350 Mark. Das Gesamtvolumen beziffern die Gewerkschaften HBV und DAG auf 6,4 Prozent, die Arbeitgeber auf knapp 5,8 Prozent. Für die gut verdienenden Banken dürfte das Ergebnis kein Problem sein. Die Gewerkschaften dagegen sind nicht so glücklich mit dem Kompromiß. Dennoch dürfte die Zustimmung von 25 Prozent (HBV) und 30 Prozent (DAG) der Mitglieder, die nach einem Streik eingeholt werden muß, erreicht werden.

Den Durchbruch in dieser unerquicklichen Tarifrunde wird der Abschluß sicher nicht bringen. Längst hätten die Arbeitgeber deshalb ihre Unterschrift unter einen solchen Kompromiß setzen können. Jetzt müssen sie sich den Vorwurf gefallen lassen, durch Verzögerungstaktik der Volkswirtschaft mehr geschadet als genutzt zu haben.

ms