Von Rainer Frenkel

Stuttgart, im April

Wo nichts mehr geht, ist alles möglich. Unter diesem Motto versuchen gegenwärtig die baden-württembergischen Politiker die Aufgaben zu lösen, die die Wähler ihnen am vergangenen Sonntag gestellt haben.

Zwar will die CDU, nach ihrer dramatischen Niederlage noch immer stärkste Partei, weiterhin die Regierung führen. Sie ist daran auch, läßt man die Republikaner als möglicher! Partner außer acht, nicht zu hindern. Aber: Allein gegen alle, das geht nicht mehr.

Diskutiert werden gegenwärtig drei Varianten des Zusammengehens: eine große Koalition aus CDU und SPD, eine Verbindung von CDU und Grünen und ein Dreibund aus CDU, FDP und Grünen. Verworfen sind bereits die Bildung einer dann womöglich von den Republikanern geduldeten Minderheitsregierung und Neuwahlen.

Verletzungen aus dem Wahlkampf

Gleich nach der Wahl hat Erwin Teufel, Regierungschef mit gestutzten Flügeln, die Parole ausgegeben, er werde mit Vertretern aller demokratischen Parteien reden, also nur nicht mit den Republikanern. Das klingt selbstverständlicher, als es ist. Denn die CDU einerseits und die SPD und die Grünen andererseits trennen tiefe Ressentiments. Die schon angelaufenen Sondierungsgespräche werden zeigen, mit wem die CDU überhaupt Koalitionsverhandlungen führen kann, ohne selbst eine Zerreißprobe zu riskieren. Umgekehrt gilt das natürlich auch für Rote und Grüne.