Nun laufen sie wieder, geschwind, wie sie sind, Katrin, Grit und Silke aus Neubrandenburg, die sportgerichtliche Unbedenklichkeitsbescheinigung im Gepäck. Raus aus den Spikes, rein in die Spikes. Von wegen Doping: Nie waren sie so unschuldig wie heute.

Gelackmeiert vom eigenen Rechtsorgan, stehen bedeppert daneben die zum Exempel ausnahmsweise kühn entschlossenen Herren des Leichtathletikverbandes. Ein unverdient hartes Schicksal, denn im Grunde ist ihrem frommen Verein eine medaillengeschmückte Dopingsünderin allemal lieber als tausend gerechte Versager. Zu sehen, wie da Krokodilstränen über Funktionärswangen kullern angesichts der Vergeblichkeit aller bigotten Bemühung, die Tartanbahn sauberzufegen – es zerreißt einem das Herz. Einerseits.

Andererseits: Gedopt oder nicht gedopt, das ist ja nun schon gar nicht mehr die Frage. Die Frage ist vielmehr: Wäre Doping, dieses ärgerliche Doping, überhaupt noch ein Thema, stellte sich nur immer rechtzeitig der rechte Anwalt ein?

Sport ist eine ernste Sache. Wie man hört, schüttelt sich derzeit ein gewisser Zeus in seinem olympischen Dachkämmerchen in homerischem Gelächter. A.B.