Die Gefahr, die zivilen Flugzeugen von Vögeln droht, ist zwar meist nicht lebensbedrohend, aber die gelegentlichen Kollisionen können teuer kommen. So versucht man mit den verschiedensten Methoden, die Tiere von Flugplätzen fernzuhalten.

Wenn Christoph Sindern mit dem Flugzeug startet oder landet, dann hält er zwar Ausschau nach Vögeln, aber „Angst vor einer Kollision habe ich nicht“, berichtete der Vogelschlagbeauftragte des Münchner Flughafens kürzlich auf einem Fachkongreß.

Etwa achtzig Teilnehmer aus rund zwanzig Nationen diskutierten Ende März in Jerusalem fünf Tagelang geeignete Maßnahmen, das Risiko von Vogelschlägen gering zu halten. Biologen, Ornithologen und Piloten waren dabei, etwa die Hälfte der Teilnehmer kam aus dem militärischen Bereich. Während zivile Maschinen wegen ihrer großen Flughöhen praktisch nur während der Starts und Landungen mit Vogelschlägen rechnen müssen, sind tieffliegende Militärmaschinen permanent gefährdet.

Auf 10 000 Flugbewegungen rechnen Experten mit etwa vier bis fünf Kollisionen. Von diesen unheimlichen Begegnungen sind aber wiederum nur zwei bis drei Prozent mit Schäden verbunden.

Das Schadensrisiko steigt mit der Größe der Vögel, besonders bei kleinen Flugzeugen. Abstürze wie die zweier Sportmaschinen zum Jahreswechsel in Kenia sind als Ausnahme anzusehen.

Über die materiellen Schäden des Vogelschlags schweigen sich die Experten weitgehend aus. Für den zivilen Bereich schätzt der Präsident des Bird Strike Committee of Europe, der Däne Hans Dahl, die jährlichen Belastungen mitteleuropäischer Flughäfen, vor allem hervorgerufen durch Reparaturkosten, auf etwa fünf bis zehn Millionen US-Dollar. Sindern gibt für München etwa eine Million an.

Die meisten Havarien an Flugzeugen sind dank technischer Sicherheitsmaßnahmen wie verstärkter Metallschichten und Sicherheitsglas vor den Pilotenkanzeln relativ unbedeutend. Sind allerdings Triebwerke betroffen, können die Reparaturkosten schnell in den Bereich von Millionen geraten.