Positive Konjunkturdaten in Amerika sind mit Vorsicht zu genießen. Schon mehrfach ist der angekündigte Aufschwung ausgeblieben. So warnt auch eine Gruppe von hundert Ökonomen des Landes davor, die neuen günstigen Indikatorzahlen überzubewerten. Sie fordern vielmehr ein einmaliges Investitionsprogramm von fünfzig Milliarden Dollar, um die Infrastruktur und das Ausbildungssystem zu verbessern.

In einer Zeit mangelnder Konsumkraft und geringer Inflationsgefahr sollen nach dem keynesianisch geprägten Vorschlag investive Mehrausgaben des Staates den Aufschwung herbeiführen. Wenn die Wirtschaft dann wieder wächst, so der Plan der Wissenschaftler, muß das riesige amerikanische Staatsdefizit nachhaltig gesenkt werden.

Der zweite Teil der Strategie stößt bei den Politikern in Washington wahrscheinlich auf taube Ohren. Schon seit Jahren drücken sie sich, so gut es geht, vor den dafür notwendigen Steuererhöhungen. Ohne eine Perspektive für sinkende Staatsschulden führt ein neues Investitionsprogramm aber hauptsächlich zu Zinssteigerungen. Das hätte auch Keynes so gesehen. he