Postenschacher zwischen Staat und Kirche und ein Zeuge, den es nicht geben darf

Wiesbaden

Es wirkt", befand der Frankfurter Synodale und Pfarrer Christoph Busch vor dem Kirchenparlament, als "lebe man nicht in einer freiheitlichen Demokratie, sondern in einer Bananenrepublik". Das Verdikt, ausgesprochen vor dem Plenum der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau im Dezember, beschreibt eine Regierungs-, Justiz- und Kirchenposse, die sich mittlerweile zum Skandal auswächst.

Dabei haben der ehemalige hessische Ministerpräsident Walter Wallmann und sein Staatskanzleichef Alexander Gauland höchst zweifelhafte Regierungskunst vorgeführt. Von Wallmann wurde zudem jetzt bekannt, daß er sich eines inoffiziellen Mitarbeiters bediente, der Kritisches gegen einen ungeliebten Beamten zusammentragen sollte.

Folgenschweres Versprechen

Die Justiz hat sich blamiert, weil Staatsanwälte ein Verfahren gegen Gauland wegen Meineids letzte Woche voreilig einstellen wollten.

Die hessischen Kirchenführer schließlich ließen sich bis jetzt nahezu widerspruchslos von CDU-Politikern zu Kronzeugen gegen einen Beamten instrumentalisieren. Dessen Ruf ist dabei jahrelang beschädigt worden, offenkundig zu Unrecht.