Mit der Weltwirtschaft geht es wieder aufwärts – jedenfalls, wenn man den Prognosen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und des internationalen Währungsfonds (IWF) Glauben schenkt. Danach wird das reale Wirtschaftswachstum in den Industrieländern spätestens im kommenden Jahr kräftig steigen und die Inflationsgefahr weiter abnehmen. Die Wachstumslokomotiven, so meint der IWF, werden Nordamerika und Deutschland sein.

Zu dieser Vorhersage gehört einiger Optimismus. Denn obwohl sie ganz verschiedene Probleme zu bewältigen haben, zeichnet die potentiellen Lokomotiven eine schädliche Gemeinsamkeit aus: staatliche Rekordschulden, die in hohem Grad zu konsumptiven Zwecken verwendet werden.

Zwar streben die Vereinigten Staaten eine gemeinsame Wachstumspolitik an. Aber worin könnte die bestehen? Die Bundesbank wird ihre restriktive Geldpolitik fortsetzen, solange Bund und Länder die staatlichen Defizite nicht eindämmen. Die amerikanische Notenbank dagegen hat nach der erneuten Diskontsatzsenkung kaum noch Spielraum. Und noch höhere Staatsausgaben können weder Washington noch Bonn verkraften.

he