Finster entschlossen, den Traum – respektive Alptraum – Berlin 2000 wahr zu machen, haben die Herren Diepgen, Daume & Co. von der olympischen Veranstaltungsgesellschaft nun also getan, was sie nicht lassen konnten, und Berlins Hut auch formell in den olympischen Ring geworfen. Zwar ist mit der offiziellen Übergabe der Bewerbung um die Spiele zur Jahrtausendwende noch nichts gewonnen, nichts verloren – es konkurrieren die Hüte von Sydney, Manchester, Brasilia, Mailand, Peking und Istanbul –, doch jetzt muß Münze in den Hut, soll Berlin in der entscheidenden Runde der Kandidatenkür am 23. September nächsten Jahres in Monte Carlo nicht arm aussehen.

Seien wir nicht kleinlich: Am Geld wird es letztendlich nicht fehlen; Olympische Spiele sind, wie man weiß, dank der ins Televisionäre gesteigerten Vermarktungschancen neuerdings ja immer ein Geschäft. Aber die Frage ist auch nicht, ob Berlin dieses Geschäft macht – die Frage ist, ob es ihm bekäme.

Heute Hauptstadt, morgen Olympiastadt: Den Kandidaten könnte leicht der Schlag treffen ob solcher Dopingspritze in ohnehin überhitzter Konjunktur. Keine Stadt würde das schaffen, außer Berlin, hat, selber leise zweifelnd, Ober-Olympier Willi Daume Berlin bescheinigt. Wenn das keine Drohung ist. A.B.