Immer wenn es Frühling wird, werden Millionen Deutsche vom Diätfieber erfaßt.

„Wie unser Bundeskanzler“, sagt Kollegin S., als die kreativen Köpfe der Europäischen Management- und Marketing-Agentur (EMMA) in der Mittagspause bei ungesüßtem schwarzen Kaffee und Ananasschnitten das Phänomen erörtern. „Der schafft sich jedes Jahr in Hofgastein bei Kräutertee und Altsemmeln 15 Pfund vom Leib.“

“Insgesamt und über die Jahre“, rechnet Kollege L. (schlechter Futterverwerter, trotz Gourmetkost immer mager) der Runde vor, „hat Kohl sein gesamtes Normalgewicht von 130 Kilo dort weggehungert, sich also sozusagen völlig abgeschafft, bringt aber trotzdem bald nach jeder Kur wieder seine 130 Kilo auf die Waage.“

“Phänomenal“, staunt Kollegin S.

„Das ist keine Körperkultur“, sagt L., „das ist Stopand-go-Politik! Das müßte jeden Staatskörper zugrunde richten, wenn man ihn so behandelt.“

Tatsächlich hat das Diätfieber dieses Jahr auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft übergegriffen. Enge Gürtel sind das modische Markenzeichen jedes Politikers, der auf das richtige Gewicht und die aktuelle Gesinnung Wert legt.

„Die nordrhein-westfälischen Landesminister haben sich eine Nullrunde bei den Gehältern verordnet!“