Die Treuhandanstalt zeigt es ihren Kritikern. Bald, so hatten die Experten bereits vor Monaten vorausgesagt, würden die Filetstücke der ostdeutschen Staatswirtschaft ausverkauft sein. Dann werde das Privatisierungstempo zwangsläufig abnehmen und die Treuhand auf Tausenden unverkäuflicher Firmen sitzenbleiben. Tatsächlich ist bisher das Gegenteil eingetreten. Im vergangenen Monat hat die Berliner Anstalt sogar nochmals aufs Gaspedal gedrückt und mehr als 500 Firmen an den Privatmann gebracht. An der Filetstück-Theorie ist ganz offensichtlich weniger dran, als die Experten glaubten. Vor allem ist es aber der Treuhand zu verdanken, daß das Geschäft mit den Unternehmensverkäufen nach wie vor floriert. Sie hat die riesigen Industriekonglomerate in privatisierungsfähige Portionen zerlegt und damit auch ihrer mittelständischen und weniger kapitalkräftigen Kundschaft ein Schnäppchen im Osten ermöglicht. Dennoch spricht einiges dafür, daß das Haus Breuel in nicht allzu ferner Zukunft an gewisse Grenzen stößt. Nicht umsonst hat sich die Anstalt auf eine „verstärkte Sanierungsbegleitung“ ihrer noch 5000 Unternehmen eingestellt. neu