Olympische Spiele und Weltausstellungen mögen ja manches für sich haben. Wenn der Sport-Lärm verklungen ist, bleibt vieles zurück: Stadien, Schwimmhallen, Untergrundbahnen und Hochstraßen. Und alle Expos hinterlassen ihre charakteristischen Sehenswürdigkeiten: den Londoner Kristallpalast, den Pariser Eiffelturm, das Brüsseler Atomium. Außerdem aber lassen die meisten Olympischen Spiele und Weltausstellungen einen Berg von Schulden zurück.

Für das Jahr 2000 hat sich Berlin um Olympia beworben, Hannover ist scharf auf die Expo. Gegen beides wäre auch nichts einzuwenden – solange die Berliner und die Hannoveraner nicht darauf spekulieren, dem Bund zur Finanzierung ihres Ehrgeizes tief in die Tasche zu greifen. Eben dies freilich wollen sie. Der Bundesfinanzminister soll mit hohen Milliardenbeträgen dabeisein. Da aber hört der Spaß auf.

Die deutsche Einheit kostet uns Jahr für Jahr zwischen 150 und 200 Milliarden Mark. Die Schulden des Bundes werden Mitte der Neunziger bei 1500 Milliarden liegen. Wir erhöhen Steuern und beschneiden Sozialleistungen, um das Bergungsunternehmen Ost bezahlen zu können. Weil jeder Groschen für die neuen Länder gebraucht wird, hat das Auswärtige Amt unlängst sogar eine internationale Menschenrechtskonferenz abgesagt.

Theo Waigel muß hart bleiben: keine Kostenspiele! Fürs erste ist Trümmerbeseitigung wichtiger als Luxussanierung. Th.S.