Wenn es um Karrierefrauen in Deutschland geht, fällt meist auch ihr Name: Margaretha Ley. Die gebürtige Schwedin schaffte den Sprung vom Topmodel zur Designerin und Miteigentümerin von Escada, dem derzeit wohl weltgrößten Anbieter luxuriöser Damenmode. Margaretha Ley hatte das Unternehmen mit ihrem Mann 1974 gegründet und durch ihren Stil (Glitzerschleifchen, grelle Farben, gute Qualität) vor allem Frauen mit Geltungsbedürfnis angesprochen. Zwar behaupteten andere Designer, allen voran der Franzose Christian Lacroix, Margaretha Ley verdiene ihr Geld mit "Ideenklau", doch der Look aus München hatte Erfolg.

Vor ein paar Wochen allerdings wurden Kundinnen und Aktionäre in helle Aufregung versetzt. Margaretha Ley war ernsthaft erkrankt und mußte operiert werden. Die Gerüchte kochten hoch. Das Wall Street Journal sah die Firma "am Rande einer Managementkrise".

Bei Escada glaubt man, daß die Chefin bald wieder vor ihrem Zeichenbrett sitzt. Trotzdem ist eine Krise im Konzern nicht mehr aus- – zuschließen. So soll zwar der Umsatz im vergangenen Jahr um zwanzig Prozent, inklusive neuer Tochterfirmen gar um über dreißig Prozent gewachsen sein. Doch der Gewinn vor Steuern, der im Vorjahr noch bei 100 Millionen Mark lag, soll diesmal nur 75 Millionen betragen, die weltweite Wirtschaftsflaute bekommen auch die Münchner Modemacher zu spüren. Rund siebzig Prozent ihres Umsatzes erwirtschaften sie im Ausland. Erst im November eröffnete Escada in New York ein prunkvolles, sechsstöckiges Geschäft – zu einer Zeit, als in der Nachbarschaft reihenweise Läden wegen der Konjunkturkrise schließen mußten.

Der Mann hinter der Designerin, Vorstandsvorsitzender und Mehrheitsaktionär Wolfgang Ley, erklärte noch vor einem Jahr, für den Konzern gebe es keine Grenzen des Wachstums. Escada verhalte sich antizyklisch und investiere, ehe der Aufschwung kommt. Damals rechnete Ley noch für 1992/93 mit dem Ende der Rezession. Jetzt kann er nur hoffen, daß die Krise bis zum nächsten Jahr tatsächlich überwunden ist. Sonst könnten für die Glitzermode düstere Zeiten kommen.

Ob vor der Pariser Auslandspresse, in Le Monde oder auf seiner Jahrespressekonferenz – Jacques Calvet, der eigenwillige Chef von Peugeot und Citroën, ist wieder auf dem Kreuzzug. Angriffsziel diesmal: die Verträge von Maastricht über die Europäische Währungsunion. Calvet befürchtet Apokalyptisches von diesem Projekt: Der Kompromiß von Maastricht werde die EG in eine einfache Freihandelszone ohne Außenschutz verwandeln, "genauso wie man in Kriegszeiten eine Stadt als offen erklärt und sie damit den Plünderungen der Angreifer ausgeliefert hat."

Der Ruf nach Protektion, so meinen spitze Zungen der Autobranche, sei kein Wunder. Denn ohne Abschottung nach außen ließen sich die guten Gewinne in Calvets Unternehmen kaum halten: 3,5 Prozent des Umsatzes waren es im vergar.genen Jahr. BMW brachte es gerade auf 2,6 und Volkswagen gar nur an 1,4 Prozent.

Auch in Deutschland ist der Bedarf an Protektionismus groß. Kaum ist Karl Dersch im Amt als Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftfahrt-, Raumfahrt und Ausrüstungsindustrie (BDLI), findet der quirlige Vorstand der Deutschen Aerospace AG (Dasa) schon eine Gelegenheit, sich für sein Unternehmen lautstark ins Zeug zu legen.