Bei den Stichworten Oberbayern und Kunst hat man sogleich Barock vor Augen, Zwiebeltürme, Stuck und üppige Fresken. Zwei Drittel aller Sakralbauten jedoch stammen aus der Gotik, und trotz Barockisierung im Zuge der Gegenreformation sind zahlreiche Zeugnisse dieser Epoche erhalten geblieben. Dem kunstsinnigen Reisenden vorgestellt werden sie in dem 280 Seiten starken Buch „Gotik in Oberbayern“ (Text von Werner Bös, Aufnahmen von Thomas Kinger; Süddeutscher Verlag, München 1992; 98 Mark). Mit Liebe zum Detail, aber immer auch eingebettet in den geschichtlichen und gesellschaftlichen Rahmen, werden gotische Kostbarkeiten aus mehr als 250 Orten beschrieben, sowohl die Kirchengebäude wie ihre Fresken und Epitaphe, Madonnen und Altarbilder. Berühmtes ist dabei wie die Frauenkirche in München, der Dom zu Freising oder der Dom zu Eichstätt. Aber wer kennt wirklich St. Wolfgang in St. Wolfgang im Erdinger Land, St. Servatius im Weiler Streichen oder die St. Anna-Kirche von Traxl? Wer Lust verspürt, verborgene Kostbarkeiten auf dem oberbayerischen Lande aufzuspüren und sich zugleich auch ein bißchenbilden will, dem ist das Buch ein exzellenter Ratgeber und Wegweiser. put