Französisch an der Sorbonne oder Englisch in Cambridge: Universitäten in ganz Europa bieten im Sommer Sprachkurse an – oft günstiger als private Veranstalter.

Wenn die Studenten im Juni in die Semesterferien gehen, öffnen sich viele europäische Hochschulen Ausländern, die einige Wochen lang intensiv an ihren Fremdsprachkenntnissen arbeiten wollen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat drei Broschüren herausgegeben, die über die Angebote von mehr als 150 Hochschulen informieren: Über Englisch- und Französisch-Sprachkurse gibt jeweils ein eigenes Heft Auskunft; ein dritter Prospekt faßt die übrigen Sommerkurse zusammen, bei denen man beispielsweise Spanisch in Sevilla, Russisch in St. Petersburg, Türkisch in Izmir oder Italienisch in Siena lernen kann.

Die Kurse richten sich vor allem an Studenten, häufig wird aber nur ein Mindestalter von achtzehn Jahren vorausgesetzt. Der Unterricht beginnt mit einem Einstufungstest. So finden Anfänger genau wie fortgeschrittene Sprachenstudenten den passenden Kurs. Am Ende können die Teilnehmer eine Prüfung ablegen und sich ihre Fortschritte in einem Zertifikat bestätigen lassen.

Viele Universitäten legen Wert darauf, daß die Schüler nicht nur die Sprache, sondern auch das Land und seine Traditionen besser verstehen lernen. Beispielhaft geschieht das in Tours, denn dort haben die Lehrer Übungshefte entwickelt, die sich ganz der Region an der Loire widmen. Einige Hochschulen haben ihre Kurse speziell zugeschnitten auf die Bedürfnisse bestimmter Berufe. So werden an der Universität Edinburgh Manager mit Geschäftsenglisch vertraut gemacht und Juristen mit englischsprachiger Fachliteratur.

Es lernt sich leichter, wenn der Spaß nicht zu kurz kommt, und so kümmern sich die Universitäten auch um die Freizeitgestaltung. Auf den Campus stehen Sportanlagen den Schülern offen, es werden Ausflüge in die Umgebung veranstaltet, Theater besucht oder Feste organisiert. In Bordeaux lädt die Universität zu Weinproben ein, und in Dijon kochen Schüler Gerichte aus Burgund.

Bei der Auswahl einer Universität sollte man darauf achten, daß mindestens zwanzig Stunden in der Woche Unterricht gehalten wird und die Arbeitsgruppen weniger als zwanzig Teilnehmer umfassen: Nur solche Bedingungen lassen sinnvolles Lernen zu. Wie sehr sich die Schüler verbessern, liegt letztlich an ihnen selbst. Es gehört viel Disziplin dazu, auch nach Schulschluß in der fremden Sprache zu reden.

Das fällt leichter, wenn die Schüler in einheimischen Familien leben. Es ist zwar teurer, aber so bekommen sie die Umgangssprache frei Haus und lernen das Alltagsleben kennen. Wer weniger ausgeben möchte, für den empfiehlt sich das Studentenwohnheim und die günstige Verpflegung in der Mensa.