Keine gute Nachricht für Autokäufer: Vor wenigen Tagen haben sich die japanischen Hersteller von den Brüsseler Bürokraten breitschlagen lassen, ihre Exporte in die Europäische Gemeinschaft 1992 um sechs Prozent – das sind rund 75 000 Wagen – zu drosseln. Weil sich der Autoboom in Europa aber auch in diesem Jahr kaum abkühlte, werden zwangsläufig die Lieferzeiten für Toyotas, Mazdas und Hondas noch länger und die möglichen Preisaufschläge noch größer. Brüssel tritt die Interessen der Konsumenten mit Füßen.

Der europäische Auto-Protektionismus verdient um so mehr Kritik, als er mit fadenscheinigen Argumenten gerechtfertigt wird. Eine angeblich kräftig fallende Nachfrage ist nicht erkennbar. Und einen besonderen Schutz gegen die Japaner können die Hersteller der Alten Welt auch nicht reklamieren. Die schrittweise Öffnung der Gemeinschaft für Importe von 1993 an kommt alles andere als überraschend. Alle Konzerne von Fiat bis VW hatten genug Zeit, sich darauf vorzubereiten. Und wenn es hier und da noch an Wettbewerbsfähigkeit fehlt, sorgt mehr Konkurrenz am besten dafür, nicht weniger. üth