DIE ZEIT

Schwarz-Rot

Schwarz-Grün kommt nicht. Klappt Schwarz-Rot? Wer in Baden-Württemberg den Anlauf zu einer neuen Farbkombination der Politik erwartete, hat die Risikobereitschaft der Christdemokraten überschätzt.

Tragödie

In Kabul verspielen fanatische Mudschaheddin-Rivalen ihren schwer erkämpften Sieg über das kommunistische Regime. Die Rivalität zweier machtbesessener Männer läßt der Friedenssehnsucht von fünfzehn Millionen Menschen keine Chance.

Worte der Woche

„Ich bin ein einsamer Mann, ich stehe allein. Daher habe ich beschlossen, mein Präsidentenamt niederzulegen, um mit dieser meiner aufrichtigen Geste der Republik einen Dienst zu erweisen.

Neues aus der ZEIT

Zeitungen leben. Das heißt: Auch sie wandeln sich. Sie müssen sich neuen Bedürfnissen ihrer Leser anpassen; der Fortschritt der Technik zwingt ihnen Änderungen des Produktionsmodus auf; sie unterliegen auch Wandlungen des Zeitgeschmacks.

Tribunal am Altar

Es ist lange her, daß die Gethsemane-Kirche im Berliner Prenzlauer Berg so im grellen Scheinwerferlicht stand: Damals, im revolutionären Umbruch 1989, hatte das Gotteshaus als Sammlungsort der DDR-Opposition gedient.

Auswüchse des Verdachts

Auch die Freunde Manfred Stolpes sähen es lieber, wenn der frühere Konsistorialpräsident die gegen ihn erhobenen Stasi-Vorwürfe mit einem einzigen wirkungsvollen Auftritt ein für allemal vom Tisch wischte.

Ohne Haß und Rache

Zwei Wochen nach ihrer Ankündigung, nicht mehr morden zu wollen, haben die RAF-Oberen Widerspruch bekommen – mit einem weiteren anonymen Brief, dessen Verfasser sich als "Teil des Widerstandes in der BRD" bezeichnen.

Offene Türen

Im vorigen Jahr regte die ZEIT an, man solle doch den nördlichen Teil Ostpreußens mit der Hauptstadt Kaliningrad, der heute zu Rußland gehört, als ein Modell für ost-west-europäische Zusammenarbeit gemeinsam auf- und ausbauen.

Zukunft: Hafen

Seit der Öffnung der Region ist in Königsberg Aufbruchstimmung zu spüren. Neben der Port and Transport Consulting, einer Tochter der Bremer Lagerhausgesellschaft, die zusammen mit der BBI (Beratung und Bildung International) und der Stadt Bremerhaven soeben ein „Bremisches Hansekontor“ in Königsberg eröffnet hat, richtet auch die Lübecker Hafengesellschaft ein „Hansebüro“ dort ein.

Eigene Währung?

Die Reformschritte Jelzins haben viel Enttäuschung ausgelöst. So wurde die Freigabe der Preise bei gleichzeitiger Beibehaltung der Wirtschaftsmonopole auch von den deutschen und russischen Teilnehmern eines Symposiums in der Akademie Sankelmark bei Flensburg, als ein fundamentaler Fehler angesehen.

Italienische Schocktherapie

Mit verweinten Augen, doch keineswegs traurig, eher ergriffen von seinem eigenen Auftritt – so hat Italiens Staatspräsident Cossiga 43 Minuten lang vor den Fernsehkameras dramatisch seinen vorzeitigen Abschied verkündet.

Polnische Hahnenkämpfe

Wochenlang hatte Polens konservative Minderheitenregierung unter Jan Olszewsky den Wunsch nach Verbreiterung der Koalition suggeriert und potentielle Bündnispartner mit Hoffnung verheißenden Signalen am Verhandlungstisch gehalten.

Bonner Bühne: Labyrinth am Rhein

Die weiland sozial-liberale Koalition, so hat der frühere FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Mischnick einmal berichtet, habe knifflige Probleme zunächst intern diskutiert und sei erst dann an die Öffentlichkeit gegangen, wenn sich eine Lösung abzeichnete.

Die Bundeswehr braucht eine radikale Gesundschrumpfung: Zurück, marsch, marsch!

HAMBURG. – Die Führung der Bundeswehr und ihre Soldaten sind zutiefst verunsichert: Wo steht der Feind nach dem Ende des Kalten Krieges und der Auflösung der Sowjetunion? Wo drohen neue militärische Gefahren, die die Existenz der Streitkräfte rechtfertigen? Geplagt von Zukunfts- und Bestandsängsten scheint die Bundeswehrführung inzwischen vorwiegend mit der Selbstverteidigung beschäftigt.

Lockerbie: Die andere Wahrheit

Seit drei Jahren habe ich das Gefühl, daß das Flugzeug nicht zerbombt worden wäre, wenn Chuck nicht drin gesessen hätte“, sagt die 75jährige Beulah McKee.

Bayern:: Lauschen für immer

Landen gleich hinter der Stadt die Außerirdischen? Ist hier ein heimlicher Ufo-Bahnhof? Ein interplanetarischer Flugplatz? Das hügelige Gelände, nur ein paar hundert Meter vom Ortsausgang entfernt, sieht jedenfalls danach aus.

Nordrhein-Westfalen: Womit die Justiz so zu tun hat...: Gefahren eines Weckers

Ralf P., 28 Jahre, sitzt in der Essener Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft. Am 29. Dezember vergangenen Jahres schrieb er, von Hand, an den Vorsitzenden Richter der Zweiten Strafkammer des Essener Landgerichts, Rudolf Esders: "Sehr geehrter Herr Esders, ich möchte Sie bitten, mir eine mechanische Schreibmaschine, die mir durch einen Bruder gebracht wird, zu genehmigen .

Wessi zwecklos

"Berlins Stadtplaner im Senat und in den Bezirken überbieten sich in Provinzialität. Da wird die Hauptschlagader am Brandenburger Tor dichtgemacht und damit der einzig attraktivere Weg in die östliche City versperrt.

Ein Land im Ausstand

Drei Tage dauerte der legendäre Streik, mit dem im Februar 1974 Heinz Kluncker die Bundesregierung in die Knie zwang. Auf drei Wochen hat sich jetzt zunächst einmal die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr unter Führung von Monika Wulf-Mathies eingerichtet.

Bonner Kulisse

Der CSU-Generalsekretär Erwin Huber muß ganz schön wütend gewesen sein, als er aus der Zeitung erfuhr, wie sich die Freidemokraten bereichern wollen.

Freihandel: Partnerwahl

Schlechte Karten für den Freihandel: Auch EG-Präsident Jacques Delors und dem amerikanischen Präsidenten George Bush gelang es vorige Woche nicht, die Verhandlungsblockade im Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (Gatt) aufzubrechen; eine Expertenrunde in Japan blieb ebenfalls ohne Erfolg.

Bonn auf der Anklagebank

Dieses Treffen der sieben größten Industriestaaten (G-7) wird Bundesfinanzminister Theo Waigel nicht so schnell vergessen: Schon lange nicht mehr ist die deutsche Finanzpolitik auf internationalem Parkett so unverhohlener Kritik ausgesetzt gewesen.

Autoimporte: Ausrede

Keine gute Nachricht für Autokäufer: Vor wenigen Tagen haben sich die japanischen Hersteller von den Brüsseler Bürokraten breitschlagen lassen, ihre Exporte in die Europäische Gemeinschaft 1992 um sechs Prozent – das sind rund 75 000 Wagen – zu drosseln.

Werbung: Kaufrausch

Liebe Yvonne Roeb, 15, aus Bad Homburg! Kürzlich haben wir in einer Zeitschrift einen tollen Satz von dir gelesen: „Ich würde etwas gegen den Kaufrausch tun.

Markt-Report: Geldmenge macht Sorgen

Trotz der angelaufenen Streiks ist der deutsche Aktienmarkt in bemerkenswert widerstandsfähiger Haltung in die verkürzte Börsenwoche gestartet.

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