Schwarz-Grün kommt nicht. Klappt Schwarz-Rot? Wer in Baden-Württemberg den Anlauf zu einer neuen Farbkombination der Politik erwartete, hat die Risikobereitschaft der Christdemokraten überschätzt. Auch pragmatische Grüne sind ihnen nicht geheuer.

Ob CDU und SPD einander in Sachfragen tatsächlich näher sind, wie Ministerpräsident Teufel behauptet, muß sich erst noch erweisen. Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Regierung stehen hohe Hürden. Nicht nur müssen die möglichen Partner ihre Differenzen in der Finanz- und Wirtschaftspolitik überwinden. Auf sie warten auch so brisante Themen wie das Abtreibungsrecht und das Asylproblem. Der Wahlschock vom 5. April mag Schwarze wie Rote nachdenklich gestimmt haben. Eine Garantie für die Selbstüberwindung der Parteien bietet er nicht.

Auf jeden Fall wäre es verfrüht, in der südwestlichen Annäherung bereits das Vorspiel für eine große Koalition im Bund zu sehen. In Stuttgart bestimmt die Mathematik des Wahlergebnisses die Regierungsbildung, nicht politische Zuneigung. Da bleibt wenig Spielraum für Modellwirkung. D. B.