Wasserlösliche Golfbälle

Aquaflyte heißt ein neuer, wasserlöslicher Golfball. Kalifornische Chemiker stellten jetzt das biologisch abbaubare Spielzeug vor. Die Hülle besteht aus Papierabfällen, Gelatine oder Seegras. Im Inneren sind Natriumbicarbonat und Natriumcitrat vermischt – Substanzen, die sonst Brausetabletten zum Sprudeln bringen. (New Scientist, Vol. 134, Nr. 1817) Die weiße Kugel sieht aus wie ein normaler Golfball, fliegt aber nur zwei Drittel der üblichen Strecke – genug für Drives an Deck von Luxusdampfern. Von dort wurden bis zu einem weltweiten Verbot im Jahre 1989 monatlich 500 000 Stück über Bord geschlagen, an denen sich Delphine, Wale und Schildkröten den Magen verdarben. Bald soll es darin also nur noch kribbeln.

Härter als Diamanten?

Dem Materialforscher Yip-Wah Chung von der Northwestern University in Evanston (US-Bundesstaat Illinois) gelang es womöglich, eine neue, ultraharte Verbindung herzustellen. Er synthetisierte einen Film aus Kohlenstoff und Stickstoff, in den ein extrem spitzer Diamantstift keine Löcher mehr stoßen konnte (Science, Vol. 256, Nr. 5055). Chung meint, das neue Material sei entweder härter als Diamant oder hochelastisch. Erhärten weitere Tests die Vermutung, würde dies eine drei Jahre alte Hypothese bestätigen. Damals hatten Forscher mit einem Supercomputer das Material vor-erfunden und eine stabilere chemische Bindung als beim Diamanten errechnet.

Erregung im Kunststoff

Laserlicht nutzte der US-Chemiker Raoul Kopelman von der Universität Michigan jüngst für ungewöhnliche Messungen. Er richtete Laserimpulse auf das Ende eines „drahtförmigen“ Polymermoleküls: Es besaß einen Durchmesser von nur einem Nanometer, dem millionsten Teil eines Millimeters, dafür aber die tausendfache Länge. Der Laserblitz versetzte das „Drahtende“ in einen Erregungszustand, der sich bis zur anderen Seite fortpflanzte. Dort traten meßbare Lichtimpulse auf. Das Molekül ist tausendmal dünner als ein Glaskabel. Die Messungen könnten für künftige Materialprüfungen nützlich sein, denn nur bestimmte Polymermischungen lassen die Energie fast ohne Streuverluste passieren.

Bergrutsch im Atlantik

Ozeanographen haben mitten im Atlantik die Reste eines gewaltigen Erdrutsches entdeckt. Er muß sich irgendwann in den vergangenen 450 000 Jahren auf halbem Wege zwischen den kanarischen Inseln und Miami Beach fast 3000 Meter unter dem Meeresspiegel ereignet haben. Dabei schlitterten neunzehn Kubikkilometer Geröll und Gestein einen Abhang hinunter. Zum Vergleich: Der Erdrutsch, der 1980 zum Ausbruch des oberirdischen Vulkans Mount St. Helen im US-Bundesstaat Washington führte, transportierte weniger als drei Kubikkilometer Lava und Steine bergab. Das Ereignis im Atlantik könne sich binnen weniger Minuten abgespielt und eine bis zu 700 Meter hohe Flutwelle ausgelöst haben, glaubt der an den Untersuchungen beteiligte Forscher Brian E. Tucholke. Die Welle dürfte aber auf einen Meter Höhe zusammengefallen sein, als sie die nordafrikanische oder -amerikanische Küste erreichte.