Wissensaustausch mit Japan

Japan engagiert sich zunehmend an amerikanischen, aber auch an europäischen Hochschulen, wie das Hochschulmagazin DUZ berichtet. Schon vor drei Jahren startete die Tokioter Teikyo-Universitätsgruppe ein Ausbildungsprogramm in den Vereinigten Staaten, in dem Japaner und Amerikaner gemeinsam Englisch und Japanisch lernen sollten. Gleichzeitig investierten die Japaner in finanziell schwache US-Colleges in West Virginia, in Connecticut, Colorado und Iowa. Auch in Europa besitzt die Teikyo-Gruppe mehrere Studienzentren; so zum Beispiel in den Niederlanden und in Großbritannien. Teikyos einziges Programm in Deutschland läuft seit 1980 an der Berliner Humboldt-Universität. Dort lernen seitdem jedes Jahr rund zehn Teikyo-Studenten in einem sechswöchigen Crash-Kurs Deutsch. Dafür schickt die Humboldt-Universität alle zwei Jahre Japanologie-Studenten nach Japan.

Hilfe für Lehrlinge

Jeder siebente Auszubildende scheitert an den Anforderungen des „dualen Bildungssystems“, also an der gleichzeitigen Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Vor allem sozial benachteiligte Jugendliche halten oft nicht bis zum Berufsabschluß durch. Für sie finanziert die Bundesanstalt für Arbeit seit 1988 das Sonderprogramm „ausbildungsbegleitende Hilfen“ (abH). Dieses Jahr werden 65 000 Lehrlinge an den Maßnahmen teilnehmen, davon allein 15 000 aus den neuen Bundesländern. Insgesamt 279,5 Millionen Mark stehen für das Programm zur Verfügung, mit dem den gescheiterten Azubis von speziellen Lehrern sowohl im fachtheoretischen als auch im praktischen Bereich „nachgeholfen“ wird. Mit Erfolg: 1989/90 bestanden mehr als siebzig Prozent der Teilnehmer ihre Gesellenprüfung.

Weiterbildung für Manager

Über die Bedeutung qualifizierter Weiterbildung sind sich alle einig. Was damit aber genau gemeint ist und wie sie jeweils vorangebracht werden könnte, darüber herrscht weiter Unklarheit. Es ist das, was Manfred Timmermann von der Hochschule St. Gallen den „Montagseffekt“ nennt: „Was am Wochenende im Seminar gelernt wurde, muß am Montag im Unternehmen praktisch ausprobiert und umgesetzt werden können.“ Orientiert an diesem Modell einer sowohl wissenschaftlich fundierten wie praxisnahen Weiterbildung hat jetzt die Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Konstanz ein einjähriges „Kontaktstudium Management“ vorgestellt. Von Herbst 1992 an sollen hier jüngere Nachwuchsführungskräfte auf volks- und betriebswirtschaftliche, aber auch soziologische, psychologische und juristische Fragestellungen im Unternehmen vorbereitet werden.