Traum-Männer, noch frei

Ist es nicht immer wieder ein Glück zu beobachten, wie zwei junge Menschen sich näherkommen? Nun, genau diesem Glück haben wir den „Tätigkeitsbericht 1991“ zu verdanken, den uns die Kölner „Katholische Beratungsstelle für Ehe, Familien- und Lebensfragen“ zusandte. Zu deren Aufgaben gehört auch die „Eheanbahnung“, und zwar die vom Erfolg gekrönte: „1991 kamen insgesamt 163 Verbindungen zustande.“ Die Hilfe des christlichen Instituts suchten insgesamt „49 ledige Männer und 26 ledige Frauen“. „Der Beruf des Ingenieurs war bei den ledigen Männern oft vertreten ... Zum Teil leben die ledigen Männer noch im Elternhaus bzw. in einer separaten Wohnung innerhalb des Hauses der Eltern. Manchmal verbirgt sich hinter dieser Wohnsituation eine starke Bindung ans Elternhaus und mangelnder sozialer Kontakt zu Gleichaltrigen. In solchen Fällen wird von einer Lebenspartnerin erwartet, daß sie diese Mangelsituation aufhebt.“ Was die suchenden ledigen Frauen angeht, so „geben sie sich realistisch und sehen die Einschreibung in unsere Kartei als eine Möglichkeit von mehreren an. Handelt es sich jedoch um ledige Frauen um die Vierzig mit Kinderwunsch, so sind diese naturgemäß weniger gelassen und möchten baldmöglichst dem Lebenspartner durch unsere Vermittlung begegnen.“ Ein Wunsch, der für Hella Lamsfuß, die Leiterin, eine Herausforderung ist. 163 Verbindungen – gibt es eine schönere Bestätigung? Und wieder ist der Mai gekommen, und mit ihm viele Anzubahnende.

Angst vor der Angst

Niemand soll behaupten, am Verhältnis der Geschlechter habe sich nichts geändert. Wie tiefgreifend dieser Wandel in die männliche Psyche eingedrungen ist, erfahren wir aus München. Ausgerechnet aus der Hauptstadt der Maßkrugstemmer kommt diese erstaunliche Nachricht: Männer haben Angst, wenn ihnen nachts Frauen begegnen, immer mehr flüchten auf die andere Straßenseite, berichtet die Abendzeitung. Doch was befürchten die durchwegs kräftigeren Passanten? Sie haben Angst, den Frauen Angst einzujagen. Sie haben Angst vor sich selber und suchen nun Hilfe bei der Frauenbeauftragten im Rathaus. Frau Schreyögg aber ist überfordert und kann nur konstatieren: „Alle Schutzmaßnahmen für Frauen (zum Beispiel die hellere Beleuchtung in Unterführungen) bewirken offenbar psychologisch das Gegenteil – die Rolle der Frau als schutzbedürftiges Geschöpf wird wieder neu festgeschrieben.“

Fazit: Männer machen aber auch alles verkehrt.