DIE ZEIT

Tschernobyl

Auch gute Nachrichten können einem den Schlaf rauben. Das Atomkraftwerk in Tschernobyl ist vollständig abgeschaltet worden – „auf Dauer“, wie der ukrainische Umweltminister versichert.

Erfolgsknick

Seit Max Weber kennen wir – Politik als Beruf! – den Unterschied zwischen der Gesinnungsethik und der Verantwortungsethik. Bernard Tapie – vom Beruf zur Politik! – fügte dem inzwischen eine zweifelhafte Erfolgsethik hinzu.

Ein Hammer

Das hat Bernhard Vogel nun davon. Als er die Nachfolge des gestürzten thüringischen Ministerpräsidenten Josef Duchac antrat, wollte er sich von dessen Innenminister Willibald Böck keinesfalls trennen.

Zeitspiegel

Kurt Werner Schaechter ist ein Gesetzesbrecher, und das ist gut so. Der unbescholtene Rentner aus einer Pariser Vorstadt, der einst vor der braunen Pest von Wien nach Frankreich floh und dort später miterleben mußte, wie seine Eltern in deutsche Konzentrationslager deportiert wurden, brach mit der Schweigepflicht, die der französische Staat per Gesetz und Strafandrohung jedem auferlegt, dem er Einblick in die Archive der Jahre 1940 bis 1944 gewährt.

Worte der Woche

„Präsidiale Vorschläge sind kein Sesam-öffne-Dich für die Geldmärkte. Die Finanzmärkte, Finanziers und Investoren entscheiden oft anders, als sich das die Repräsentanten des Staates wünschen und vorstellen.

Präsidentenwahl in Österreich: Der konservative Diplomat Thomas Klestil hatte keine Chance und nutzte sie: Sieger gegen die Parteien

Er ist ein Sieger wie aus dem Kino. Die Geschichte seines Erfolgs ist ein Drehbuch zum Film: Thomas Klestil, der Kandidat. Als Diplomat erfolgreich, als Politiker ein unbeschriebenes Blatt, als Person aber gesegnet mit einem ausgeprägten Talent zur Kommunikation, ging er Ende vergangenen Jahres ins Rennen um die österreichische Präsidentschaft, die im Donau-Alpen-Land vom Volk entschieden wird.

Ben Witter: Angetippt

Beide sind Deutsche. Als Deutschland geteilt war, blieben sie auch Deutsche. Aber nach der Vereinigung nannte man sie erst einmal Ostler und Westler.

In Amerika hat eine Welle von Hinrichtungen eingesetzt. Der Oberste Gerichtshof will die Vollstreckung noch beschleunigen: Die Mehrheit verlangt den Tod

Die wenigsten Amerikaner scheint das noch zu erregen: Wenn in den Fernsehnachrichten zu hören ist, die Zeugen der Hinrichtung hätten den brenzligen Geruch des Fleisches wahrgenommen, das die Stromstöße dem Delinquenten von den Knochen brannten, oder wenn die Bundesrichter Stevens und Blacknum daran erinnern, daß die Justiz in Kalifornien mit demselben Stoff tötet (Zyklon B), mit dem die Nazis den Massenmord im Holocaust betrieben.

Chinas Reformer drücken bei der Modernisierung des Landes aufs Tempo. Der Süden, der von der Nähe zu Hongkong und Taiwan profitiert, geht bei Deng Xiaopings großem Experiment voran: Aufbruch im Land des Gelben Kaisers

Das Kaiserpalast-Museum in Taipeh ist für mich das aufregendste der Welt. Über Jahrtausende haben die chinesischen Kaiser hervorragende Zeugnisse chinesischer Kunst gesammelt, auf abenteuerliche Weise wurde der Schatz in der Mitte dieses Jahrhunderts den Wirren und Zerstörungen von Krieg und Bürgerkrieg entzogen und aus Peking auf die Insel Taiwan gebracht.

Bonner Bühne: Das blanke Chaos

Keine zureichenden Arbeitsmöglichkeiten, beklagen sich die Volksvertreter; Material vom Rhein herbei- oder dorthin zurückzufaxen sei nahezu unmöglich gewesen; auch sonst habe im Reichstag das blanke Chaos geherrscht; „hinausgeworfenes Geld“ und „völlig überflüssig“, murrten zum Beispiel Hans Stercken (CDU) und Rudi Walther (SPD), der eine Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, der andere an der Spitze des mächtigen Haushaltsausschusses.

Die Schuld der Gläubiger

Selbst nüchterne Wissenschaftler wie Mike Faber greifen auf Bilder der griechischen Sage zurück, wollen sie das Elend der roten Zahlen beschreiben: "Der Schuldner aus der Dritten Welt ist der Sisyphos des modernen Zeitalters.

Präambel

von dem Willen beseelt, die Würde und Freiheit des Menschen zu sichern, das Gemeinschaftsleben in sozialer Gerechtigkeit zu ordnen, das Wohl aller zu fördern, Natur und Umwelt zu schützen, und entschlossen, das Bundesland Brandenburg als lebendiges Glied der Bundesrepublik Deutschland in einem sich einigenden Europa und in der einen Welt zu gestalten.

Last mit dem Ausgleich

Es hätte ein "Entlastungsangriff" in Sachen nationaler Solidarität werden sollen. So jedenfalls verstanden die Berater Richard von Weizsäckers dessen dreiviertelstündiges Interview im ZDF vom Mittwoch voriger Woche.

Zinsen: Trendumkehr

Seit Monaten herrscht Kopfzerbrechen darüber, wann die Zinsen sinken werden. Die Meinung der Finanzanalysten ist immer pessimistischer geworden: Zunächst hieß es, die Leitzinsen würden in der zweiten Jahreshälfte gesenkt, dann sollte es Ende des Jahres geschehen.

Bonner Kulisse

Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling hat ein Herz für die privaten Rundfunkanbieter. Die beschweren sich über die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die angeblich Fernseh- und Radiofrequenzen horten, nur um sie der Nutzung durch die private Konkurrenz zu entziehen.

Im Osten müssen Investitionen Vorrang bekommen: Umkehr tut not

An Vorschlägen, wie sich der Aufbau im Osten am besten finanzieren läßt, herrscht wahrlich keine Not. Konzepte, die Aufschluß darüber geben, wie das viele Geld am gewinnbringendsten für die ostdeutsche Wirtschaft angelegt werden kann, sind dagegen immer noch Mangelware.

Tarifrunde: Lehrstück

Eine der schwierigsten Tarifrunden in der Geschichte der Bundesrepublik liegt hinter uns. Nach dem Durchbruch in der Metallindustrie einigten sich auch die Tarifpartner in der Druckindustrie auf Einkommensverbesserungen von 5,8 Prozent.

Italien: Vor allem im Norden verstärkt sich der Kampf gegen Korruption, Vetternwirtschaft und Verschwendung: Aufstand der Saubermänner

Lohnt es sich, am gemeinsamen Europa teilzunehmen? Wenn daraus eine nur noch leistungsbesessene Gesellschaft entstünde, die Frauen wegen eines Arbeitsplatzes zur Sterilisation treibt wie in Sachsen-Anhalt, dann bleiben wir Italiener lieber in der zweiten Liga, erklärte der beliebte Fernsehkommentator Andrea Barbato – und brachte damit die Stimmung der Römer auf den Punkt.

Markt-Report: Über die Hürde

Der deutsche Aktienmarkt befindet sich wieder im Aufwärtstrend. Ohne Schwierigkeiten hat der Deutsche Aktienindex (Dax) die bisher als Hindernis angesehene Marke von 1800 überwunden.

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