James, gehen Sie mit dem Hund vor die Tür.“

„Aye aye, Sir.“

„Lassen Sie das, James. Sie sind nicht mehr bei der Marine.“

Dies ist der versprochene Anfang des Krimis „Atropin und weiße Rosen“ von Josef Schweikhardt (8). Inzwischen ist er etwas älter, und wir sitzen mit den Damen Litassy und Zinsler im Restaurant schräg gegenüber vom Hintereingang des Wiener Rathauses, in welchem gleich eine Lesung mit Ingomar von Kieseritzky stattfinden soll, weshalb wir uns beeilen müssen.

Irgendwie beeilen wir uns zu lange und verpassen die komplette Lesung, was, wie Frau Litassy sagt, ihm recht g’schicht, denn seine Lesung habe er letztesmal ebenfalls verpaßt und noch dazu selbst, und auf dem Abstellgleis am Westbahnhof habe ihn die bosniakische Putzfrau wecken müssen. Aber weil wir nun schon mal da sind, gehen wir – was soll schon sein, wir gehn mal rein – ins Rathaus, wo inzwischen Reinhard Lettau liest, was uns aber auch nicht mehr stören kann, denn die Ratsdiener verkaufen vom guten sauren österreichischen Wein, ohne daß man sie vorher prügeln muß; im Gegenteil.

Dies alles geschieht im Rahmen einer Musil-Veranstaltungsreihe, als wäre unsere Veranstaltungsreihe noch nicht genug, und mir wird plötzlich klar, daß ich noch nie etwas von Musil gelesen habe; weiß auch nicht, wieso; hat sich offenbar nie ergeben.

„Musil“, deutet mir Josef Schweikhardt Musil, „hat eigentlich nix geschrieben, worauf man nicht auch selber käme; bei ihm dauert es nur länger. Außerdem hat er erst dies und dann jenes geschrieben, weshalb man heute ganz prima Seminare über ihn veranstalten kann.“