Für zwei Dinge ist der Allgäuer Großmolkereibesitzer Theo Müller bekannt: seine massiven Werbekampagnen und die gnadenlose juristische Verfolgung seiner Kritiker. Wer den wenig zimperlichen Umgang des „Milch-Barons“ aus dem bayerischen Schwaben mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen öffentlich anprangert, muß mit den Müller-Milch-Anwälten rechnen.

Zu den Kritikern zählt auch der Memminger Rundfunkjournalist Klaus Wittmann. Der hat es jetzt sogar gewagt, seine gesammelten Erkenntnisse in einem Buch mit dem Titel „Alles in Butter – oder was?“ zu publizieren. Doch offenbar konnten bislang weder die Müller-Anwälte noch der frisch verpflichtete Müller-PR-Berater Peter Bönisch einen einklagbaren Tatbestand in dem sorgfältig recherchierten Werk entdecken.

Dennoch stößt die Verbreitung des Buches auf vielfältige Hindernisse. Im Wege des vorauseilenden Gehorsams ziert sich die regionale Presse, die von Wittmann-Verleger Toni Ledermann in Auftrag gegebenen Anzeigen für den „aktuellen Hintergrundbericht“ abzudrucken. Die lokale Monopolzeitung Augsburger Allgemeine druckte die Annonce erst, nachdem Kleinverleger Ledermann sich verpflichtete, alle daraus resultierenden rechtlichen Konsequenzen auf sich zu nehmen. Beim Gemeindeblatt der Müller-Heimatgemeinde Fischbach-Aretsried wurde Ledermann unter formalen Begründungen abgewimmelt. Auch beim überregionalen Fachblatt Deutsche Milchwirtschaft in Gelsenkirchen kam das Buch zu keiner Annonce. Da die Molkerei Müller über den bayerischen Landesverband dem Zentralverband Deutscher Milchwirtschaft angeschlossen sei und dieser wiederum als Mitherausgeber des Fachblattes fungiere, mochten die Verleger aus dem Ruhrpott nicht abdrucken.

Notgedrungen will Ledermann jetzt mit Handzetteln im schwäbischen Müller-Umland für die nötige Aufmerksamkeit sorgen. Theo Müller denkt derweil schon wieder in großen Dimensionen: Die Mannschaft der GUS soll bei der Fußballweltmeisterschaft für seine Milchprodukte aufspielen – alles Müller oder was?

Bisher vermittelte der Name eher das Flair vornehmer britischer Herrenclubs. Pfeifenraucher und Aktentaschenträger bevorzugten Dunhill, parfümierten sich mit dem Duft des Hauses und trugen die passende Dunhill-Uhr. Die traditionsreiche englische Luxusmarke war vornehmlich Männersache. Jetzt wollen die Briten auch mit den Damen besser ins Geschäft kommen und haben sich dafür als Zugpferd eine der Weltschönsten ausgesucht: Claudia Schiffer. Sie wird künftig unter der finanziellen Regie der Londoner über den Laufsteg wandeln.

Nein, nein, sie hat sich nicht mit Carl Lagerfeld verkracht. Der Stardesigner und sein Topmodel sind – nach kleinen Unstimmigkeiten – wieder das Vorzeigepaar in der Pariser High-Society. Doch das Unternehmen Lagerfeld hat den Besitzer gewechselt. Ein bißchen übel werden es die Pariser ihrem Superstar wohl nehmen, daß er den Anfang der Woche erfolgten Verkauf seines Markenzeichens, seiner Läden, seines Modehauses an die Briten betrieben hat. Selbst gehört hat es ihm schon lange nicht mehr, aber immerhin war das Imperium des großen Carl bislang in französischen Händen. Nun verkaufte die Revillon Luxe-Gruppe an Dunhill; „für unter sechzehn Millionen Pfund“, wie die neuen Eigentümer in typisch britischem Unterstatement betonen.

Lagerfeld soll, neben seiner eigenen Kollektion, dafür auch wieder die Federführung über die Designermarke Chloe übernehmen, deren Stil er in den siebziger Jahren prägte. Als Dunhill dann 1985 Chloé kaufte, schmiß Lagerfeld hin – und Chloe verkam zur biederen Edelmarke. Das soll sich nun wieder ändern.